Sonstige

Kriminalität findet auch über Tradingplattformen statt

Verfasst von MoneyController am 22.03.2021

Der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) ist es gelungen, ein Netzwerk von Online-Betrügern zu zerschlagen, die von ihrer Zentrale in Sofia aus ihre illegalen Geschäfte vor allem im deutschsprachigen Raum betrieben. Zu diesem Zweck hatten sie eine Tradingplattform eingerichtet.

Dank eines europäischen Haftbefehls gelang es dem ZCB, die Täter in der bulgarischen Hauptstadt aufzuspüren, wobei Büros und Privatwohnungen durchsucht wurden. Es war ein Netzwerk von Betrügern, die auch in der Ukraine und in Serbien tätig waren. Im Jahr 2020 hatte die Bande bereits den Verdacht der örtlichen Behörden erregt, die deren Luxusautos, Immobilien und Bargeld beschlagnahmt haben. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wurden nun Beweise gegen die Bande gesammelt, die zeigen sollen, dass sie tausende deutschsprachige Bürger betrogen und insgesamt zweistellige Millionenbeträge veruntreut hat.

Diese Episode ist sehr interessant, da sie mindestens zwei Tatsachen demonstriert. Die erste ist, dass solche Operationen nur dann erfolgreich sein können, wenn es eine internationale Zusammenarbeit zwischen den lokalen Polizeibehörden gibt. Die zweite ist, dass sozusagen die Professionalität dieser neuen Web-Kriminellen demonstriert wurde. Nicht nur die Oberfläche der Internetseiten war recht professionell: Die Software, mit der die Kriminellen ihre Kunden zum Geldverdienen verleiteten, stammte aus Israel, und die Organisation hatte auch ein Callcenter eingerichtet, in dem sich die Betreiber als Finanzmakler ausgaben und die Kunden aufforderten, noch mehr zu investieren.

Bevor man auf Handelsplattformen investiert, ist es daher wichtig, nicht nur dem Erscheinungsbild zu vertrauen, sondern zu überprüfen, ob diese Websites ordnungsgemäß bei den Aufsichtsbehörden der Länder, in denen sie tätig sind, registriert sind. Die entstandenen Schäden sind nicht unerheblich: Experten der Wiener Opferschutzorganisation Efri schätzen, dass in Europa jährlich mehr als 12 Milliarden Euro durch diese kriminellen Handelsformen illegal entwendet werden.

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