Investmentfonds

Kosten von Fonds: die Differenz zwischen den ausgewiesenen und den tatsächlichen Kosten

Verfasst von MoneyController am 03.11.2021

Wie groß ist die Diskrepanz zwischen den von einem Fonds angegebenen Kosten und den Kosten, die den Zeichnern tatsächlich entstehen? Eine recht eingehende Analyse zu diesem Thema erschien auf FONDS professionell ONLINE. Durchgeführt wurde sie von Alexander Romanski von der Kapitalverwaltungsgesellschaft R.I. Vermögensbetreuung und Gösta Jamin, Professor an der Fachhochschule Ludwigshafen. Im Folgenden greifen wir einige Feststellungen auf.

Das Kostendreieck eines Fonds

Wie die Autoren der Studie vorschlagen, stellen wir uns zur Einführung in das Thema der erwarteten und tatsächlichen Kosten eines Investmentfonds ein Dreieck vor. Die erste Seite entspricht den Erwartungen der Anleger: In Bezug auf die Kosten streben die Anleger danach, so wenig wie möglich auszugeben, um die erwartete Rendite des Fonds zu maximieren. Die zweite Seite entspricht den Erwartungen der Anlageberater: Sie sind weniger an den Kosten, als an der Maximierung der Performance interessiert, um einen wesentlichen Prozentsatz der Einnahmen für sich zu beanspruchen. Die dritte Seite ist die der Fondsgesellschaft: Wie die Berater wollen auch die Gesellschaften die Performance maximieren, allerdings mit dem Ziel, sich an der Spitze der Ranglisten zu platzieren und das Produkt attraktiv zu machen; gleichzeitig sind sie daran interessiert, die Verwaltungskosten so darzustellen, dass sie nicht nur ihre Ausgaben decken, sondern auch möglichst viel verdienen können.  

TER: erwartete und unvorhergesehene Kosten

Wie die Anleger wissen und auch auf FONDS professionell nachzulesen ist, werden Anleger und Anlageberater wohl kaum eine vollständige Transparenz über Fondskosten erlangen können. Die Offenlegung der Total Expense Ratio (TER) ist natürlich obligatorisch und hat mindestens zwei Funktionen: Die erste, offensichtliche, besteht darin, eine gewisse Transparenz in der Kostenstruktur zu schaffen (TER gibt die Kosten des Fonds im Verhältnis zu seinem Gesamtvermögen an); die zweite besteht darin, ein Kriterium für die Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Fonds zu liefern. Allerdings enthält die TER nicht wirklich alle tatsächlich angefallenen Kosten. Es fehlen nämlich folgende Posten: Der Ausgabeaufschlag und die erfolgsabhängigen Vergütungen sowie die Zinsen aus Kreditaufwendungen, etwaige Transaktionskosten oder sonstige Aufwendungen und Kosten für Sicherungsgeschäfte. Es ist klar, dass alle diese Ausgabenposten in der Regel in den Jahresberichten der Fonds ausgewiesen werden. Aber sie sind weder identifizierbar noch vorhersehbar durch eine einfache Betrachtung der TER.

Alexander Romanski hat daher die Gesamtkosten für 50 große Fonds in Deutschland für den Zeitraum von 2015 bis 2020 ermittelt. Die Analyse umfasste sowohl aktive als auch passive Fonds mit einem Gesamtvolumen von knapp 100 Milliarden Euro. Weitere methodische Hinweise und Spread berechnungen sind in dem auf FONDS professionell veröffentlichten Beitrag gut zusammengefasst und auch grafisch aufbereitet worden.

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