Anlagen

Konzentration vs. Diversifikation, die neue Strategie von Warren Buffett

Verfasst von MoneyController am 15.02.2021

Stellen Sie sich ein Portfolio wie folgt vor: 51% IT (Informationstechnologie), 26% Finanzsektor, 17% Konsumgüter, 4% Gesundheitswesen. Der Vorschlag, den jeder Finanzexperte machen würde, lautet: mehr diversifizieren. Aber das fragliche Portfolio ist das von Warren Buffett, der Investmentlegende und Chef des Finanzkonglomerats Berkshire Hathaway.

Wenn man sich die Zusammensetzung von Buffetts Portfolio noch genauer anschaut, kann man deutlich erkennen, dass Buffetts Strategie die folgende ist: Konzentration statt Diversifikation.

Betrachtet man die einzelnen Unternehmen, so sind zwei Drittel von Buffetts Portfolio folgendermaßen aufgeteilt: 47,7% von Buffetts Investitionen erfolgten in Apple, 10,6% in die Bank of America und 8,6% in Coca Cola (das Lieblingsgetränk des „Orakels von Omaha“). Es lohnt sich, sich vor Augen zu führen, welche Dollarbeträge diesen Prozentsätzen entsprechen: 109, 24 und 19 Milliarden Dollar. Es sollte klar sein, dass dies, die Quantität, der erste Unterschied zwischen dem Portfolio von Warren Buffett und dem eines gewöhnlichen Investors ist.

„Wenn Sie einen Harem mit 40 Frauen haben, lernen Sie keine richtig kennen“, lautet einer seiner berühmten Sätze. Buffett hat also wieder einmal die folgende Strategie angewandt: Er konzentriert seine Investitionen auf Unternehmen, von deren Wachstum er überzeugt ist. Der Rest des Portfolios ist jedoch innerhalb der Grenzen bestimmter Anlagesektoren gut diversifiziert: Er reicht von 15 Mrd. in American Express bis zu fast 2 Mrd. in Visa und 1,67 Mrd. in Amazon.

Wie Alexander Rudow von Biallo.de es tut, kann es auch interessant sein, das Verhalten von Buffett während der Krise zu analysieren. Im Grunde hat er abgewartet. Im ganzen Jahr 2020 hat das Konglomerat nicht mehr als 16 Mrd. Dollar ausgegeben, bei einen Cash-Bestand in Höhe von 146 Mrd. Dollar. Erwähnenswert ist sicherlich der Verkauf von Anteilen an Delta, United, Southwest und American, nicht lange nach deren Kauf. Buffett glaubt nämlich, dass er beim Kauf einen Fehler gemacht hat: Es handelt sich um Unternehmen, bei denen seiner Meinung nach nicht absehbar ist, ob sie sich jemals wieder vollständig erholen werden.

Man könnte noch lange über Buffetts Investitionen sprechen: von einiger Cloud-Software bis zu vielen amerikanischen Banken; von einigen japanischen Unternehmen bis zu großen Pharmariesen (in Alexander Rudows Artikel wird die Aufteilung des Portfolios genauer analysiert). Es genügt jedoch zu sagen, dass Buffett es sich leisten kann, selbst Dutzende oder Hunderte von Millionen Dollar zu investieren und dabei Prozentsätze von sogar weniger als 1% in seinem Portfolio zu bewegen. Dies erklärt, warum seine Konzentrationsstrategie zwar sehr interessant zu studieren, aber für die Portfolios von Kleinanlegern fast unmöglich zu reproduzieren ist.

MEISTGELESENE ARTIKEL VON HEUTE

MEISTGELESENE ARTIKEL DER WOCHE

MEISTGELESENE ARTIKEL DES MONATS

MEISTGELESENE ARTIKEL DES FINANZFORUMS

Klassifikation anschauen