Finanzmärkte / Wirtschaft

Ist die Coronavirus-Krise schlimmer als die vom Jahr 2008? Vielleicht nicht ganz

Verfasst von MoneyController am 18.04.2020

Obwohl die Börsen deutliche Anzeichen einer Erholung zeigen, fragen sich viele Anleger, wann es wirklich möglich sein wird, aus dieser Krise herauszukommen. Für viele Kommentatoren und Investoren ist dies eine der schwersten Finanzkrisen aller Zeiten. Für einige von ihnen ist klar, dass wir mit einer Krise konfrontiert sind, die sicherlich weitaus schlimmer ist als die vom Jahr 2008. Sie liegen nicht ganz falsch. Eine so schwere Krise in Bezug auf den Wertverlust der Aktien gab es nicht seit dem Jahr 1987, dem schrecklichen Jahr für die Börsen. Es gibt jedoch auch die, wie Daniel Seile, Leiter von Multi Asset Vontobel (der Schweizer Bank), die der Meinung sind, dass wir im Vergleich zu damals einige Vorteile haben. Für Seile gibt es nämlich zwei Faktoren, die eine Finanzkrise beenden. Erstens müssen die generierenden Umstände enden oder zumindest die auslösenden Ursachen müssen unter Kontrolle sein. Zweitens muss der „Lebensgeist“ der Anleger wieder erwachen.


Es gibt jetzt relative Klarheit über die Art der Ursachen der Krise von 2008. Wenn wir jedoch mit unseren Gedanken in dieses Jahr zurückkehren, würden wir erkennen, dass damals Unsicherheit und Verwirrung herrschten. Erst Anfang 2009 begannen wirksame Maßnahmen wie Stresstests in Bezug auf Banken und Finanzinstrumente sowie Unterstützungsmaßnahmen der Zentralbanken. Das war zwei  Jahre zu spät, wenn man berücksichtigt, dass die Krise – obwohl sie sich 2008 in ihren akutesten Folgen manifestiert hatte – bereits 2007 begonnen hat. Nun ist für Seile das Schlüsselwort dieser Krise die Transparenz. Die Ursache ist klar und obwohl es nicht einfach ist die Lösung zu finden, werden alle wirksamen Maßnahmen umgesetzt. Kurz gesagt, die Reaktion war zeitnaher als die für die Krise von 2007-2008.


Was den „Lebensgeist“ der Anleger betrifft, muss gesagt werden, dass ihr Misstrauen diesmal nicht die Finanzwelt selbst betrifft, sondern die allgemeine Gesundheits- und Wirtschaftslage. Die Herausforderung betrifft daher eher die Politik und große Aufsichtsbehörden wie die Zentralbanken. „Die gute Nachricht ist, dass die Lebensgeister der Anleger grundsätzlich einen leichten Schlaf haben und mit erstaunlichem Elan wiederaufleben können, insofern sie mit dem richtigen Cocktail aktiviert werden  und so eine vollständige Aktienmarkterholung im zweiten Halbjahr vorantreiben können“, sagt Seile.

 

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