Finanzmärkte / Wirtschaft

Ist der DAX mit 14.000 Punkten überbewertet?

Verfasst von MoneyController am 25.02.2021

Der DAX hat in den letzten Wochen sein Allzeithoch erreicht, die Marke von 14.000 Punkten überschritten und sich dann auf einem Niveau knapp darunter stabilisiert. Während viele Anleger bedauern, nicht rechtzeitig in den deutschen Aktienmarkt investiert zu haben (sie meinen, dass dies jetzt zu teuer wäre), fragen sich andere, ob der DAX tatsächlich überbewertet ist.

In Deutschland wird oft über den DAX 30 diskutiert, nicht immer positiv. Allerdings muss man zugeben, dass die allgemeine Meinung über den größten deutschen Aktienindex von Vertrauen geprägt ist. Der Grund dafür liegt in der Einschätzung seitens der Aktionäre der einzelnen Unternehmen, aus denen sich der Index zusammensetzt. Die Aktien von Unternehmen wie BASF, Siemens, Allianz, Deutsche Bank, Deutsche Telekom und BMW werden im Einzelnen nicht als überbewertet angesehen, da sie den Ruf der Zuverlässigkeit genießen.

Der Chefstratege der Deutschen Bank, Ulrich Stephan, hat jedoch einige Berechnungen angestellt, um festzustellen, ob die Wahrnehmung einer Überbewertung des DAX 30 eine objektive Grundlage hat. Anzeichen für eine leichte Überbewertung könnten in der Tat vorhanden sein. Laut Stephan notiert der Dax aus Sicht des Kurs-Gewinn-Verhältnisses derzeit 24% höher als im Durchschnitt der letzten 15 Jahre. Betrachtet man im gleichen Zeitraum das Kurs-Buchwert-Verhältnis, so beträgt der Anstieg 7%, während die Dividendenrendite um 15% höher ist.

Für Stephan sind diese im Vergleich zur Vergangenheit recht hohen Zahlen jedoch hauptsächlich auf zwei Faktoren zurückzuführen. Der erste ist, dass die Marktteilnehmer ein starkes Wirtschaftswachstum ab der zweiten Jahreshälfte erwarten. Der zweite ist, dass die Kurse und Renditen nach oben getrieben werden, angesichts der Situation negativer Renditen bei Bundesanleihen. Eine Situation, die immer mehr Investoren dazu drängt, Renditen am Aktienmarkt zu suchen.

Es ist also möglich, dass die Begeisterung über neue Rekorde den DAX sogar zu neuen Bestmarken führt. Aber, wie Nico Popp in einem auf extraETF erschienenen Artikel schreibt, ist es jedoch ebenso wahrscheinlich, dass in den kommenden Wochen ein rückläufiges Szenario eintreten wird. Nicht nur das, wie man gesehen hat, die Anleger feststellen könnten, dass der Aktienmarkt überbewertet ist. Vor allem könnte es an der wirtschaftlichen Erholung fehlen, von der viele sprechen, die aber praktisch noch nicht in Sicht ist. 

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