Rohstoffe

Rohstoffe weiterauf dem Vormarsch: Was steckt dahinter?

Verfasst von MoneyController am 04.06.2021

Man liest oft, dass einige Rohstoffe in eine sogenannte superzyklische Phase eingetreten sind. Seltener liest man jedoch über die Gründe, die die Rohstoffpreise in die Höhe treiben und wahrscheinlich noch weiter in die Höhe treiben werden. Marc Radke hat dieser Frage im Magazin "Das Investment" einen interessanten Artikel gewidmet.

Zunächst regt Radke an, die Aufmerksamkeit auf den chinesischen Automarkt zu richten, der mittlerweile der größte der Welt ist. Volkswagen - um ein Beispiel aus dem Artikel zu nennen - verkauft dort 40 Prozent seiner Autos. Nun ist es so, dass nicht nur die chinesischen Verbraucher zunehmend auf Elektroautos umsteigen, sondern auch die Regierung diesen Marktsektor mit Milliarden an Subventionen fördert. Für die Herstellung von Elektroautos wird jedoch mehr Kupfer benötigt als für herkömmliche Autos. Das Angebot an Kupfer hingegen wird immer knapper. Nicht zuletzt hat auch die Pandemie die Produktion gebremst, wie im Fall von Chile. Eine solche Knappheit wurde seit 15 Jahren nicht mehr verzeichnet. Der Preis ist daher in den letzten 12 Monaten um 80 % gestiegen.

Diese Darlegungen gelten auch für Seltene Erden, die für viele fortschrittliche elektronische Anwendungen grundlegend sind. In diesem Fall liegt das Monopol der Gewinnung und Verarbeitung jedoch praktisch in den Händen Chinas: Es produziert 90 % der Gesamtmenge. Die Schließung einiger illegaler Minen, die zu einem guten Teil zur Versorgung des Rests der Welt beitrugen, dürfte Peking unter anderem in eine noch vorteilhaftere Position bringen.

Der kombinierte Effekt aus der Entwicklung der Schwellenländer (allen voran China, dessen BIP in diesem Jahr um fast 9 % höher sein wird als im Jahr 2020), der wirtschaftlichen Erholung in den Industrieländern und vor allem der Energiewende hat dem Rohstoffmarkt einen gewaltigen Schub gegeben. In der Industrie verwendete Metalle wie Aluminium, Blei, Lithium, Nickel, Palladium, Platin, Silber, Zinn und Zink sind alle auf Wachstumskurs. Die derzeit in der Krise befindliche indische Industrie, dürfte ihre Nachfrage nach Stahl wiederum 20 % steigern. Schließlich soll das US-Konjunkturprogramm nicht nur zu einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von über 6 % führen, sondern die US-Wirtschaft noch hungriger auf Rohstoffe machen, um den ambitionierten Infrastrukturplan Wirklichkeit werden zu lassen. 

Schließlich werde auch Europa mit seinem 750-Milliarden-Konjunkturprogramm "Öl ins bereits lodernde Feuer" gießen, wie Radke schreibt. Der Rohstoff-Investmentsektor habe daher alle Voraussetzungen, um weiter zu wachsen, aber Investoren sollten gewarnt sein, dass es sich um einen potenziell riskanten Sektor handelt, der starken Schwankungen unterliegt, da es keine politische Autorität gibt, die ihn reguliert.

MEISTGELESENE ARTIKEL VON HEUTE

25.09.2019 verfasst von Citywire

Credit Suisse bestreitet Vorwürfe in Beschattungsaffäre

Weiterlesen
18.02.2020 verfasst von Citywire

Schwäbische Milliardenboutique verbannt US-Staatsanleihen aus Mischfonds

Weiterlesen

MEISTGELESENE ARTIKEL DER WOCHE

MEISTGELESENE ARTIKEL DES MONATS

MEISTGELESENE ARTIKEL DES FINANZFORUMS

Klassifikation anschauen