Anlagen

Warum in Brasilien investieren

Verfasst von MoneyController am 13.04.2021

Brasilien war kein Musterland im Kampf gegen die Pandemie und das Gesundheitssystem befindet sich noch immer in einem besorgniserregenden Zustand. Trotzdem, so argumentieren Gustavo Stenzel und Claus Born, Schwellenländer-Spezialisten bei Franklin Templeton, bietet Brasilien viele Investitionsmöglichkeiten. Der Artikel, in dem sie dies erörtern, wurde im Online-Magazin "Das Investment" veröffentlicht.

Brasilien hat 211 Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1.840 Milliarden Dollar. Es ist die führende Wirtschaft in Südamerika und die neuntgrößte der Welt. Trotz des durch die Pandemie verursachten schweren Rückschlags, bei dem das BIP im Jahr 2020 um 4,5% zurückging, liegt die Wachstumsprognose für 2021 und 2022 bei 3,6% bzw. 2,6%. Bis 2016 waren die Renditen von Staatsanleihen der größte Investitionsanreiz des Landes, da sie Zinssätze bis zu 14 % erreichten. Im vergangenen Jahr sind die Zinsen aufgrund massiver wirtschaftlicher Interventionen zur Eindämmung der Pandemie drastisch auf 2% gesunken. Eine der Folgen war das Entstehen einer neuen Gruppe von einheimischen Privatanlegern, die sich den Aktienmärkten zuwandten und im vergangenen Jahr 3,2 Millionen Personen erreichten.

Mehr als zwei Drittel der brasilianischen Anleger sind männlich, mit einem Durchschnittsalter von 32 Jahren und einem mittleren Einkommen. Viele von ihnen sind dank der Nutzung neuer Investment-Apps, die von Fintech-Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, in den Aktienmarkt eingestiegen. Der Technologiemarkt in Brasilien ist in der Tat besonders vielversprechend. Im vergangenen Jahr hat beispielsweise die zunehmende Nutzung des E-Commerce dazu geführt, dass die Amazon Prime-Abonnements in Brasilien stärker gewachsen sind als irgendwo sonst auf der Welt. Dies hat auch zu einem deutlichen Wachstum im Logistiksektor geführt.

Zwei weitere im Hinblick auf Investitionen besonders interessante Bereiche sind Privatisierungen und der ESG-Sektor. Mit der Privatisierung erhofft sich die brasilianische Regierung nicht nur große Geldsummen für Reinvestitionen einzusammeln, sondern auch, bestimmte Wirtschafts- und Dienstleistungszweige effizienter zu gestalten, wie z.B. die Post, die für umgerechnet 2,7 Mrd. Dollar privatisiert werden soll. Mit dem Corporate Sustainability Index und dem Carbon Efficient Index ist Brasilien seit langem Vorreiter bei der Indexierung von ESG-Unternehmen. Darüber hinaus hat sich die Regierung zu einem subventionierten Finanzierungsprogramm für diejenigen verpflichtet, die nachhaltige Landwirtschaftsprojekte durchführen. Schließlich sieht ein im letzten Jahr verabschiedetes Gesetz vor, den Anteil der direkt an das Wassernetz angeschlossenen Bevölkerung von derzeit 83% auf 99% zu erhöhen. Kurz gesagt, Brasilien hat einen regulatorischen Rahmen verabschiedet, der die Steigerung nachhaltiger Investitionen zunehmend begünstigt.

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