Wertbeständig

Die Deutschen wählen weiterhin Gold zur Inflationsbekämpfung

Verfasst von MoneyController am 05.06.2021

Wie Louise Street vom World Gold Council im Magazin Cash.online schreibt, ist "Inflation" seit Oktober letzten Jahres eines der meistgesuchten Wörter bei Google. Dies sollte nicht überraschen: Die (durch die Daten mehr oder weniger gerechtfertigten) Warnungen vor einer plötzlichen Geldentwertung haben viele Anleger in Deckung gehen lassen. Die deutschen Anleger haben sich in dieser Hinsicht eher traditionell verhalten. In einer Zeit der Unsicherheit greifen sie auf ein bekanntes, traditionelles Mittel zum Werterhalt zurück: Gold.

Um die Wahrheit zu sagen, war es nicht die Inflation, die die Goldkäufe in erster Linie antrieb, sondern der Einbruch der Aktienmärkte im März 2020. Auf Gold begann ein Ansturm, dem in der zweiten Hälfte des letzten Jahres ein Preisrückgang folgte und vor einigen Monaten eine Erholung. Abgesehen von der Preisentwicklung sind die Deutschen Protagonisten eines wahren "Goldrausches" geblieben. Seit fast einem Jahr halten sie nun schon Rekordzahlen bei den Käufen. Selbst die weltweit stark gesunkenen Investitionen in Gold sind in Deutschland kaum zurückgegangen: Deutsche ETPs halten mittlerweile ein Volumen an verwaltetem und in Gold investiertem Vermögen von 18,4 Milliarden Euro und liegen damit in Europa an zweiter Stelle nach Großbritannien.

Dieses Verhalten bestätigt, was der World Gold Council bereits 2019 feststellte: 64 % der deutschen Sparer hielten Gold für ein wirksames Mittel zum Schutz ihrer Anlagen und vor Marktschwankungen, und 61 % für einen wirksamen Schutz ihres Vermögens vor Inflation. Dieses Vertrauen in Gold, zudem auch ein starkes Vertrauen in Immobilien hinzukommt, resultiert auch aus einem nicht neuen Problem, nämlich den chronisch niedrigen Zinsen auf Bankeinlagen und Sparkonten. Das ist es also, was hinter dem starken und wachsenden Interesse der Deutschen am Kauf von Goldbarren und -münzen steckt.

Diese Überlegungen stehen ganz im Einklang mit dem, was auch die Reisebank festgestellt hat: Laut einer von ihr durchgeführten Umfrage hatte die Mehrheit derjenigen, die Gold kauften, zwei Gründe dafür: "Werterhalt" und "Schutz vor Inflation". Darüber hinaus gaben 40 % der Befragten im November 2020 an, dass sie innerhalb der nächsten 12 Monate wieder Gold kaufen würden. Ein besonderes und interessantes Detail, das die Untersuchung ergab, war die besondere Neigung jüngerer Menschen (18- bis 26-Jährige), Gold zu kaufen, die im Durchschnitt höher ist als bei älteren, selbst auf der Grundlage ihres geringeren verfügbaren Einkommens.

Wie Street am Ende ihres Artikels hervorhebt, wird der Rekordwert der Nachfrage von 2020 vielleicht nicht erreicht werden können, aber es spricht vieles dafür, dass Gold auch in Zukunft für viele deutsche Sparer eine sehr attraktive Anlage bleiben wird.

MEISTGELESENE ARTIKEL VON HEUTE

MEISTGELESENE ARTIKEL DER WOCHE

27.07.2021 verfasst von MoneyController

Honorar oder Provision – was ist das günstigere Gebührenmodell bei Finanzberatung?

Weiterlesen

MEISTGELESENE ARTIKEL DES MONATS

08.07.2021 verfasst von MoneyController

Signalisieren die Renditen von Staatsanleihen das Ende der Erholung oder werden sie wieder steigen?

Weiterlesen

MEISTGELESENE ARTIKEL DES FINANZFORUMS

Klassifikation anschauen