Wertbeständig

In Diamanten investieren: eine gute Idee?

Verfasst von MoneyController am 13.05.2021

Eine der möglichen Anlagestrategien angesichts eines Szenarios steigender Inflation ist die Investition in Substanzwerte, also in Vermögenswerte, deren Wert im Laufe der Zeit beständig ist und mit steigender Inflation wächst. Aber was sind die besten Substanzwerte, die man in sein Portfolio aufnehmen sollte, um die Vermögensallokation zu stärken? Dieser Frage stellte sich Markus Merkel, CEFA, Leiter Mandate und Kooperationspartner der Steinbeis& Häcker Vermögensverwaltung Gmbh, im Magazin Cash.online.

Neben Immobilien und Gold (von dem er erwartet, dass es bald weiter an Wert gewinnt), analysiert Merkel im Bereich der Substanzwerte eine Investition, die er als "exotisch" bezeichnet: Diamanten. Dies sei eine Investition, die wie Edelmetalle einen Schutz gegen Inflation bieten würde, mit einigen offensichtlichen Vorteilen. Erstens werde ihr Wertzuwachs, wie der von Gold, nicht besteuert (er wird nicht als Ertrag behandelt). Außerdem steige ihr Wert in der Regel mit zunehmender Inflation und könne leicht in Bargeld umgewandelt werden.

Das Investieren in Finanzprodukte mit einem Bezug zu Diamanten sei jedoch schwierig. Allenfalls könne man in Minengesellschaften investieren, die den typischen Schwankungen der Aktienmärkte unterliegen. Tatsächlich könne der Preis von Diamanten, wie Merkel betont, auch stark schwanken (wie der „Diamond Price Index“ zeigt) und es sei nicht selbstverständlich, dass er immer gleich bleibe oder steige. Das liege daran, dass Diamanten Bestandteil des Schmucksektors sind: Ihre Gewinnung, Verarbeitung und Vermarktung sind Teil einer spezifischen Produktionskette, die durch Angebot und Nachfrage beeinflusst werden kann.

„Carat" (das Gewicht), "Clarity" (der Grad der Reinheit), "Colour" (die Färbung) und "Cut" (der Schliff) sind die vier "Cs", die ihre Qualität definieren. Diamanten können bei einer Bank bestellt und aufbewahrt werden. Aber man kann sie natürlich auch direkt beim Juwelier kaufen. Sofern es sich um einen besonders renommierten Lieferant handelt, ist die Zertifizierung über Qualität und Herkunft in der Regel zuverlässig. Aber auch hier gibt es, neben den Fällen von Fälschungen, eine breite Debatte über Nachhaltigkeit: Die Diamantminenindustrie hat sich in der Vergangenheit oft krimineller Handlungen schuldig gemacht, indem sie in Krisengebieten Diamanten mit illegalen Mitteln abgebaut hat.

Merkel kommt somit zu dem Schluss, dass die mit den Diamanten verbundenen Risiken und Kosten es möglicherweise nicht wert seien, Diamanten in ein Anlageportfolio aufzunehmen. Es gebe in der Tat effektivere Möglichkeiten, den Wert des eigenen Portfolios zu stabilisieren. Diamanten sollten vielleicht eher als Luxusartikel betrachtet werden, den man genießen und tragen kann, und nicht als Vermögenswert, auf dessen Wert man sich verlassen kann

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