Finanzmärkte / Wirtschaft

Inflation: Wie funktioniert sie?

Verfasst von MoneyController am 07.04.2021

In den letzten Monaten war viel von Inflation die Rede, fast immer in einem eher alarmierenden Ton. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat diesem Thema einen interessanten Artikel gewidmet, um zu klären, was Inflation ist, wie sie funktioniert und wann sie zu befürchten ist.

Inflation ist ein Phänomen, das in einem Wertverlust des Geldes aufgrund des Anstiegs der Preise für Waren und Dienstleistungen besteht. Zur Berechnung wird üblicherweise ein möglichst repräsentativer Warenkorb herangezogen. Eine der Folgen dieser statistischen Wahl ist, dass jeder die Inflation auf unterschiedliche Weise erlebt; im Allgemeinen wird die Inflation immer als höher empfunden als ihr tatsächliches Niveau (etwa 5-6% höher). Die Inflation ändert sich natürlich von Land zu Land sowie von Generation zu Generation.

Im internationalen Kontext hatte Deutschland nach 1945 immer ein eher niedriges Inflationsniveau. Mehr noch als die Inflation war jedoch eines der Probleme der frühen 2000er Jahre für einige Länder die Deflation, d.h. der Preisverfall. Deflation zwingt die Produzenten nämlich zum Sparen, wodurch weniger produziert wird und die Löhne sinken. Wenn sich die Löhne verringern, sinkt der Konsum und ein Teufelskreis wird ausgelöst. Aus diesem Grund ist eine moderate Inflation erforderlich, um die Wirtschaft in Gang zu halten.

Die Angst vor Inflation in Deutschland reicht weit zurück: Zur Zeit der Weimarer Republik im Jahr 1923 gab es das Phänomen der Hyperinflation. Um dies zu veranschaulichen, erklärt die FAZ, dass die Inflation so hoch war, dass bereits nach einem Monat ein Stapel Geldscheine in der Höhe einer großen Dose Nivea-Creme nötig gewesen wäre, um einen Einkauf zu tätigen, für den vorher eine Banknote ausgereicht hätte. Das ist aber nichts zu dem, was in Ungarn zwischen 1945 und 1946 geschah: Die Inflation kostete das Land die Hälfte seiner Industrieproduktion.

Glücklicherweise ist die Hyperinflation eine Ausnahme und kein wiederkehrendes Phänomen. Deutschland hat es, wie bereits erwähnt, geschafft, die Inflation auf einem recht niedrigen Niveau zu halten. Insbesondere hat Deutschland seit fast 40 Jahren ein durchschnittliches Inflationsniveau von weniger als 2% halten können, was durch die deflationäre Entwicklung des Marktes infolge der Globalisierung begünstigt wurde. Nun könnten die Wirtschaftshilfen aufgrund der Pandemie die Inflation im Jahr 2021 sogar auf 2,5% bringen. Dies sollte jedoch kein Grund zur Sorge sein: Es handelt sich um eine temporäre Situation, die wahrscheinlich schon 2022 vorüber sein wird

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