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Angst vor Inflation: Gold als Lösung?

Verfasst von MoneyController am 01.09.2021

Im August wurde in Deutschland die Inflation mit 3,9 % gegenüber dem Vorjahr berechnet. Die Nachricht machte schnell die Runde in den Medien und viele Deutsche sind bereit, gegenzusteuern. Obwohl auch Einlagen auf Girokonten weiterhin sehr beliebt sind, ist eine der möglichen Lösungen, der Kauf von Gold. Wie wirksam ist diese Strategie?

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden verzeichnete einen Preisanstieg von 3,9 % gegenüber dem Vorjahr, der jedoch unverändert bleibt, wenn man die Berechnung auf den Juli bezieht. Bei der Veröffentlichung der Zahlen wies das Statistische Bundesamt auf die Faktoren hin, die maßgeblich zum Preisanstieg beigetragen haben. An erster Stelle steht der Energiesektor mit einem erstaunlichen Plus von 12,6 %. Auch Lebensmittel trugen überdurchschnittlich mit 4,6 % zu diesem Anstieg bei. Dienstleistungen und Mieten blieben dagegen auf niedrigerem Niveau, stiegen jedoch um 2,5 % bzw. 1,3 %. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind diese Daten jedoch vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Sonderfaktoren zu sehen, wie der vorübergehenden Senkung der Mehrwertsteuer und dem Ölpreisverfall im vergangenen Jahr, die die Inflation nahezu aufgehoben hätten.

In einem Artikel des Magazins Focus weist Christoph Sackmann darauf hin, dass die Deutschen in schwierigen Zeiten dem Vorurteil gerecht zu werden scheinen, dass sie bevorzugt in "sichere Häfen", also in sichere Vermögenswerte investieren. Das Bankkonto ist nach wie vor einer der beliebtesten Orte, um seine Ersparnisse sicher anzulegen, auch wenn die Zinsen null oder negativ sind. Die andere Alternative, die die Deutschen sehr schätzen, ist Gold. Tatsächlich könnten Inflationswarnungen dazu beigetragen haben, dass die Deutschen in der ersten Jahreshälfte 90,5 Tonnen Gold in Form von Barren und Münzen, gekauft haben. Dies entspricht einem Anstieg von 35 % gegenüber dem Vorjahr. Damit sind die Deutschen nach den Chinesen die zweitstärksten Goldkäufer der Welt. Der Kauf des Edelmetalls scheint also eines der Instrumente zu sein, die die Bundesbürger im Kampf gegen Unsicherheit und Inflation haben.

Aber wie effektiv ist Gold im Kampf gegen die Inflation? Sackmann glaubt, dass es dies nicht so sehr sei. Tatsächlich erreichte dieser sichere Anlagehafen im August 2020 seinen Höchststand von 1.700 Euro pro Unze, als die Inflation in Deutschland bei Null lag. Der Anstieg der Inflation seit Ende letzten Jahres und vor allem in der ersten Hälfte dieses Jahres ging nicht mit einem Anstieg des Goldpreises einher, der bei rund 1.500 Euro pro Unze verharrte. Sackmann schreibt, dass die Analysten einen Anstieg des Goldpreises erwarten, allerdings nur um 0,7% bis Jahresende. Sollte die Inflation die 4 %-Grenze durchbrechen, wäre dies offensichtlich zu wenig, um den entstandenen Verlust auszugleichen.

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