Finanzmärkte / Wirtschaft

Inflation geht direkt zu Lasten der Sparer

Verfasst von MoneyController am 12.03.2021

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung interviewte TalibSheihk, Leiter der Multi-Asset-Strategie beim Vermögensverwalter Jupiter. Das Thema war Inflation und Geldpolitik. Es ergaben sich einige wichtige Beobachtungen, die auch für diejenigen nützlich sein können, die sich in der Welt des Sparens zurechtfinden wollen.

Für Sheihk ist die Situation, in der wir uns seit einigen Jahren befinden, nicht mehr so einfach, wie sie einmal war: Die Zentralbanken haben es aufgegeben, die Inflation direkt zu steuern, da sie dazu nicht wirklich in der Lage wären. Defizite und Ausgaben bedeuten nicht unbedingt höhere Preise. Die Geldpolitik der letzten Monate führt jedoch direkt zu einem deutlichen Anstieg der Inflation. Das liegt daran, dass das Geld, das von den Zentralbanken geschöpft wird, nicht zu ihnen in Form von Überschussreserven zurückfließt, sondern in den Taschen der Verbraucher landet.

Nun gehen viele Analysten davon aus, dass sich die Wirtschaft bereits in diesem Sommer kräftig erholen wird können, was durchaus plausibel ist. Der Neustart der Wirtschaft bedeutet jedoch nicht, dass die Probleme, die schon vor der Krise bestanden, überwunden wären. Die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit und die geringe Produktivität unserer Volkswirtschaften könnten der Inflation eine wirtschaftliche Stagnation hinzufügen und das gefürchtete Phänomen der Stagflation hervorrufen.

Sollte sich die Wirtschaft wieder normalisieren, würden die Zinsen wieder deutlich steigen. Aber um wie viel? Es wird zwischen 1,5 und 2% erwartet. Weit unter der Inflation, die Schätzungen zufolge 4-5% erreichen könnte, insbesondere in den USA. Die Kaufkraft wird sinken und das ist, wie Sheihk argumentiert, genau das, was die Regierungen wollen. Warum? Um die Staatsschulden zu entwerten. Der Jupiter-Manager glaubt, dass ein starker Ausdruck wie „Raub an den Sparern“ nicht ganz unangebracht sei, um die Situation zu beschreiben. Natürlich betrifft die Inflation, indem sie sich auf die Kaufkraft der Löhne auswirkt, im Allgemeinen jeden Arbeitnehmer.

Die Schlussfolgerung, zu der Sheihk kommt, ist, dass es sich absolut nicht lohne, in Staatsanleihen zu investieren. Die Rendite muss also am Aktienmarkt gesucht werden. Das ist eine bedeutende Änderung für die Mentalität deutscher Sparer. Derzeit glaubt auch Sheihk, dass große Teile des Marktes überbewertet seien, dass sie durch die Geldpolitik der Notenbanken sozusagen in eine Blase getrieben wurden. Um diese Nachteile zu überwinden, muss man selektiv vorgehen, d.h. Anlagen sorgfältig auswählen, die durch die Vielfalt der Anlageformen eine Diversifizierung ermöglichen.

Zu den Investitionen, die das von Sheihk verwaltete Portfolio diversifizieren, gehören Währungsanlagen, Terminkontrakte auf Preisschwankungen und Unternehmensanleihen aus Schwellenländern.

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