Immobilien

Immobilien - zwischen Wachstum und Zukunftsunsicherheit

Verfasst von MoneyController am 18.01.2021

Es gibt einen Markt, der im Jahr 2020 keine Krise erlebt zu haben scheint. Es ist der Immobilienmarkt. Allerdings gibt es einige Anzeichen für einen möglichen Abschwung des Sektors, insbesondere in den östlichen Regionen. 2021 könnte sich daher als ein nicht so günstiges Jahr erweisen.

Beginnen wir aber mit den positiven Zahlen des letzten Jahres, die vom Statistischen Bundesamt zur Verfügung gestellt wurden. Im Jahr 2020 wuchs die Bauindustrie um 3,9%. Diese Zahl entspricht dem Wachstum der Baugenehmigungen und Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden. Im November war das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr sogar überraschend: + 8,9%. Dies bedeutet, dass insgesamt 32.531 neue Baugenehmigungen erteilt wurden. Der Rekord an neuen Genehmigungen pro Stadt hält jedoch Hamburg, das allein im vergangenen Jahr 10.000 erteilt hat.

Aber im November, dem Höhepunkt der Zahl der neu erteilten Baugenehmigungen, zeigten Umfragen, dass sich in der Branche Pessimismus breit machte. Der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Ost, Robert Momberg, kommentierte die Ergebnisse dieser Umfragen wie folgt: „Die Corona-Pandemie macht sich jetzt auch am Bau bemerkbar. Wir rechnen damit, dass sie die Bauwirtschaft mit Verzögerung treffen wird“.

Der Bauwirtschaft in Ostdeutschland geriet bereits im Oktober in eine leichte Krise. Besonders betroffen waren die Bereiche Wohnungsbau mit -9,4% und der Straßenbau mit -8,1%. Die guten Ergebnisse in der ersten Jahreshälfte erlaubten es dem Sektor jedoch, die Ergebnisse des Vorjahres, bezogen auf den gleichen Zeitraum, zu übertreffen. Die Befürchtung ist, dass die Situation im Osten nur eine Vorwegnahme dessen ist, was auch im Rest des Landes passieren könnte, wo die Niederschlagung der Epidemie noch weit entfernt zu sein scheint.

Der deutsche Bausektor ist einer der wichtigsten in der deutschen Wirtschaft. Er hat einen Jahresumsatz von 290 Milliarden und beschäftigt 2,4 Millionen Menschen. Die Branche durchläuft durch die Digitalisierung einen großen internen Wandel: 90% der Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern arbeiten inzwischen überwiegend auf sogenannten „digitalen Baustellen“; bei kleineren Unternehmen ist die Verbreitung digitaler Baustellen immer noch beachtlich und beträgt über zwei Drittel. Das Genehmigungssystem hingegen ist weit weniger entwickelt, da immer noch eine große Anzahl von Papierdokumenten ausgefüllt und vorgelegt werden muss.

Ein wenig bekannter Aspekt ist die anhaltende Suche in der Branche nach qualifizierten Arbeitskräften. Nur 35% der Unternehmen haben es geschafft, ihre Ausbildungsplätze vollständig zu besetzen. Die Gründe dafür liegen in der geringen Zahl der Bewerber, aber auch in der unzureichenden Ausbildung der jungen Menschen.

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