Immobilien

Große Perspektiven für eine nachhaltige und digitale Immobilienwirtschaft

Verfasst von MoneyController am 03.06.2021

Pictet Asset Management veröffentlichte in "Das Investment" einen Artikel über das Nachhaltigkeitspotenzial von Baumaterialien und den Einsatz digitaler Technologien im Immobiliensektor. Es lohnt sich, einige der in dem Artikel aufgestellten Überlegungen kurz zusammenzufassen.

Wussten Sie, dass Gebäude für 36 % des weltweiten Energieverbrauchs verantwortlich sind? Oder dass sie für 40 % der energiebezogenen CO2-Emissionen verantwortlich sind? Diese Zahlen geben eine gute Vorstellung davon, wie strategisch dieser Sektor im Hinblick auf die Nachhaltigkeit sein kann. Die Energiewende und die Umstellung auf "grünere" Materialien wird für die Branche noch dringlicher, wenn in Europa die geplante neue CO2-Steuer eingeführt wird. Diese Steuer wird sich insbesondere auf die Kosten für Beton und andere Baumaterialien auswirken. Wie kann man sich in Richtung Umweltschutz bewegen, aber gleichzeitig auch auf Kostenoptimierung achten?

Pictet verweist auf den "Circular Garden" in Mailand, eine Installation aus einer Reihe von Bögen aus Pilzwurzeln, bei der der Leiter des Senseable City Lab am MIT von Boston und Architekt, Carlo Ratti, mit dem italienischen Energiekonzern ENI zusammenarbeitete. Die Anlage ist dazu bestimmt, sich biologisch abzubauen und ist daher eindeutig nicht für dauerhafte Konstruktionen geeignet. Aber für Installationen bei Messen oder allgemein für Strukturen, die für Übergangszwecke genutzt werden, könnte es zweifellos eine Lösung sein. Eine andere Lösung könnte sein, zu einem alten Bekannten zurückzukehren: Holz. Die Verwaltung der Stadt Paris beispielsweise bereitet sich auf die Olympischen Spiele 2024 vor und hat die Absicht, Holz als Baumaterial für die Infrastruktur wieder einzuführen.

Bis vor zwei Jahrhunderten war Holz die Hauptursache für zahlreiche Brände in Städten auf der ganzen Welt. Dank guter Planung und einiger technologischer Maßnahmen ist es jedoch bereits in der Lage, diesen Mangel zu überwinden, und könnte sich in der Tat bei sehr hohen Temperaturen als noch wirkungsvoller erweisen als Metalle. Ratti spricht auch über Kreuzlagenholz (KLH), einem vielseitigen Material, das dank Digitalisierungsprojekten allmählich auch im Bau hoher Gebäude eingesetzt werden kann. Seine Vielseitigkeit ergibt sich aus der Möglichkeit, alle Elemente eines Hauses vorzufertigen und dann vor Ort zu montieren.

Im Bereich Fertigbau entwirft Ratti auch ein einzigartiges Gebäude, bei dem ein interessantes recycelbares Baumaterial der chinesischen Firma Broad Sustainable Building (BSB) zum Einsatz kommt. Es handelt sich um eine Reihe von übereinander gestapelten Blöcken, die jeweils einen Tennisplatz enthalten. Die Edelstahlkonstruktion ist nicht nur recycelbar, sondern reduziert auch die Emissionen vor Ort, da sie vorgefertigt ist. Außerdem kann sie theoretisch demontiert und an anderer Stelle wieder zusammengebaut werden. Diese Projekte, erklärt Ratti, seien heute aus einem ganz bestimmten Grund viel einfacher umsetzbar: Aufgrund der Digitalisierung, die die Planungs- und Bauphasen deutlich effizienter macht.

Welchen messbaren Effekt hat die Digitalisierung in Bezug auf die Baubranche? Die Boston Consulting Group spricht von Einsparungen in Höhe von 1,7 Billionen Dollar, zu denen noch eine Beschleunigung der Bauzeiten hinzukäme.

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