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Immobilien: Wegen Coronavirus Flucht aus den großen Städten?

Verfasst von MoneyController am 23.07.2020

Überfüllte Straßen, Geschäfte voller Menschen, vollgestopfte öffentliche Verkehrsmittel: Dank Corona wissen wir jetzt genau, wie diese Situationen zu potenziellen Gesundheitsrisiken werden können. Je größer die Städte, desto größer die Gefahren – zumindest theoretisch. Die Angst vor einem neuen Lockdown und die Möglichkeit, weite Flächen außerhalb städtischer Gebiete zu genießen und von zu Hause zu arbeiten, sind weitere Faktoren, die ins Gewicht fallen. Die Zeit der Attraktivität von Großstädten ist also vorbei? Ja, aber schon vor der Corona-Pandemie. Brigitte Adam vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), interviewt von Die Welt, hält das Phänomen der zeitgenössischen Urbanisierung (Ballungsgebiete in Großstädten) für relativ jung. Erst in den 90er Jahren kehrte sich der entgegengesetzte Trend um. In diesen Jahren wurde der Rückbau der Industriegebiete in den Städten abgeschlossen, neue Stadtteile erschlossen und die Stadt zu einem Anziehungspunkt für den tertiären Sektor gemacht.

Die größte Überraschung ist jedoch die Tatsache, dass die Städte seit einiger Zeit nur dank der Ankunft von Einwanderern aus dem Ausland wachsen. In Deutschland beträgt die negative Bilanz der Einheimischen in den letzten Jahren rund 10.000 Menschen in jedem Quartal. Die sehr hohen Preise und der Platzmangel zwingen immer mehr Menschen dazu, in Nachbargemeinden und in den Stadtgürteln ein Haus zu suchen. Kurz gesagt, wir sind konfrontiert mit dem Phänomen der Suburbanisierung. Es ist ein Phänomen, das, wie Claudius Schaufler vom Fraunhofer-Institutin Die Welt betont, hauptsächlich Familien betrifft, die im Vergleich zu jungen Menschen mehr Platz benötigen (und nach der Pandemie sind Häuser mit Gärten und Balkonen viel gefragter). Dies könnte die Preise für Häuser und Mieten auch außerhalb der Stadt in die Höhe treiben und würde die Verwalter dieser Räume dazu drängen, die den Bürgern angebotenen Dienstleistungen zu verstärken. Eine der wichtigsten Herausforderungen bleibt die Mobilität, da sich die Arbeit (trotz Home Office) weiterhin in Großstädten konzentrieren dürfte.

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