Finanzberatung

Honorar oder Provision – was ist das günstigere Gebührenmodell bei Finanzberatung?

Verfasst von MoneyController am 27.07.2021

Das ewige Thema, ob eine Finanzberatung durch einen Experten mit einem Honorar oder durch Provisionen auf die Wertpapiere vergütet werden sollte, war ein Streitpunkt in der Diskussion zwischen Sven Giegold, der für die Grünen im Europäischen Parlament sitzt, und Helge Lach, Vorstand der Deutschen Vermögensberatung (DVAG), die sie in der Frankfurter Allgemeine Zeitung führten und deren Kernaussagen auch auf FONDS professionell veröffentlicht wurden.

Bei der Frage, ob man überhaupt einen Experten zur Beratung beim Kauf von Wertpapieren hinzuziehen sollte, waren sich beide noch einig, dass dies sinnvoll sei. Hinsichtlich der Vergütung gingen ihre Ansichten aber diametral auseinander. Giegold plädierte ganz eindeutig für das Honorarmodell, da es einen Interessenkonflikt beim Berater vermeide und er das für den Kunden geeignetste Produkt empfehlen könne und nicht dasjenige, was ihm selbst den höchsten Ertrag aufgrund von Provisionszahlungen des Produktanbieters bringe.

Lach hielt entgegen, dass Honorarberatung für den Kunden teurer werden könne als Provisionsberatung. In Großbritannien habe man bereits die Auswirkungen einer vorgeschriebenen Honorarberatung gesehen. Dort könnten sich nur noch die Wohlhabenden eine persönliche Beratung leisten. Auch die Banken hätten aus Kostengründen die Beratung für Depots unter 100.000 Pfund eingestellt. Man werde sich seitens der DVAG „mit Haut und Haaren“ dagegen wehren, dass es zu einer schleichenden Abschaffung der Provisionsberatung durch die Politik oder sogar eines gesetzlichen Verbotes komme. Dies würde letztendlich auch zu einem Kollaps in der deutschen Bankenbranche und somit einer Freisetzung von Bankberatern führen.

Giegold sieht in einem „Bürgerfonds“ nach schwedischem Modell die Lösung, um damit auch die Rentenlücke durch privates Sparen zu schließen. Die Grünen sehen darin eine Möglichkeit, den Bürgen kostengünstigen Zugang zum Kapitalmarkt zu gewähren, mit einfachen und günstigen Finanzprodukten. Banken und Strukturvertriebe hätten lange genug zu teure Produkte verkauft. Lach konterte, dass es schon seit Jahren Regulierungen gebe, um genau dies zu vermeiden. Er zweifelte aber auch daran, dass ein Bürgerfonds tatsächlich günstiger sei. Man dürfe die privaten Anbieter nicht vergessen, die sich starren Regeln und erheblicher Bürokratie unterziehen müssten. Sie würden durch einen Staatsfonds benachteiligt, und dies würde entsprechend Geld kosten.

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