ESG - Nachhaltigkeit

Schafft es die Finanzberatung nachhaltiger zu werden?

Verfasst von MoneyController am 15.10.2021

Wo steht die Finanzberatung in Bezug auf die großen Neuerungen rund um nachhaltige Anlagen? Kim Brodtmann zieht in "Cash.online" ein wenig Bilanz der Situation.

Das Anthropozän und die Rolle nachhaltiger Geldanlagen

Die Geologen zukünftiger Generationen werden beim Graben etwas Überraschendes finden: Spuren menschlicher Verschmutzung. Willkommen im Anthropozän, dem Zeitalter der Welt, das wie nie zuvor vom Menschen geprägt ist. Der wachsende Erfolg des Menschen über die Natur hat eben auch seine Schattenseiten. Wissenschaftler haben dies erkannt und warnen die Öffentlichkeit seit langem vor den Risiken unseres Triumphs. Und die öffentliche Meinung scheint ausnahmsweise einmal gut darauf reagiert zu haben. Die Übereinstimmung zwischen den Ansichten der Menschen, der Industrie und der Regierungen grenzt fast an ein Wunder. Der Schutz vor den Folgen unseres eigenen Handelns, hat heutzutage für fast alle Priorität. Die Investmentwelt bildet da keine Ausnahme, wie die Rekordzahl von Investmentfonds zeigt, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Doch wie weit ist die Finanzberatung bereit, ihre Rolle vollumfänglich zu übernehmen? Oder besser gesagt: Sind die Voraussetzungen dafür gegeben?

Eine Welt von Hoffnungen und Schwierigkeiten

Dass zwischen reden und tun Welten stehen, ist nicht nur eine Redensart, sondern auch die aktuelle Situation derer, die ein nachhaltigkeitsorientiertes Beratungsunternehmen führen. Der oben erwähnte "Spruch" besteht aus der Absicht, eine bessere Welt zu schaffen, um es rhetorisch auszudrücken. Die "Welten" dazwischen sind die Schwierigkeiten, angemessene Investitionsinformationen zu finden, um die Kunden zu informieren. Es lohnt sich an dieser Stelle, die Worte von Dr. Bernward Maasjost, Vorstandschef des Finanzvertriebs PMA, gegenüber dem Magazin Cash zu zitieren: "Der Berater weiß nicht konkret, welche Informationen er woher bekommt, was bedeutet, dass er kein Beratungsgespräch vorbereiten kann. Auch die Produktgeber stellen noch nicht ausreichende Informationen zur Verfügung - denn keiner weiß wirklich, was gefragt ist. Was beim Kunden ankommt: Kopfschütteln und Durcheinander".

Die Branche braucht dringend Klarheit

"Groß ist die Verwirrung unter dem Himmel", soll Konfuzius gesagt haben. Aber die Situation ist im Gegensatz zu dem, was Mao hinzufügte, alles andere als hervorragend. Insbesondere bei ESG-Investitionen haben sich eine Reihe von sehr unterschiedlichen Bewertungsstandards herausgebildet. Ein Widerspruch in sich: Sollte ein Standard nicht von Natur aus unmissverständlich sein? Und nicht nur das. Wie der Geschäftsführer des Finanzvertriebs Plansecur, Johannes Sczepan, gegenüber Cash erklärte, tragen auch die Gesetzgeber ihren Teil der Verantwortung in dieser Angelegenheit. Anstatt eine eindeutige und einheitliche Gesetzgebung zu schaffen, haben sie lediglich einen Zusatz nach dem anderen vorgeschlagen. Das Ergebnis: Ein Fleckenteppich von Gesetzen, von denen das jüngste die Vorgabe einer Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen ab dem 1. August 2022 ist. Wie viel ist darüber bekannt, wie das genau funktionieren soll? Sehr wenig.

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