Investmentfonds

Hedgefonds und Schattenbanken: Neue Regeln sind jetzt nötig

Verfasst von MoneyController am 09.02.2021

Im letzten Jahr haben Schattenbanken und Hedgefonds ihre ganze Schwäche aufgezeigt. Das geschah im März 2020 mit der Coronavirus-Krise und in den letzten Wochen mit dem Fall GameStop. Immer mehr Marktanalysten sind der Meinung, dass an diesem Punkt nur eines nötig ist: Die Aufsichtsbehörden und Regulierungsbehörden müssen eingreifen und neue Regeln aufstellen.

Wie Markus Frühauf in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreibt, sollten Schattenbanken und Hedgefonds nichts anderes sein als überdurchschnittlich riskante Kreditgeschäfte. Risiko ist ein üblicher Bestandteil des Investierens. Die goldene Regel lautet jedoch, dass dieses Risiko immer berücksichtigt und vollständig verstanden werden muss. Das fehlende Bewusstsein für dieses Risiko wurde bereits im vergangenen März durch das Börsendesaster bewiesen. Dies geschah insbesondere auf dem US-Markt: In diesem Fall - so Frühauf - musste die Federal Reserve sogar zu einer Verstaatlichung des Anleihemarktes greifen. Die Panik der Investoren löste in der Tat eine Reihe von unkontrollierbaren Kettenreaktionen aus.

Das Problem ist in den letzten Wochen mit dem Fall GameStop wieder aufgetaucht. Der Leerverkaufsmechanismus ist eine Finanzoperation, die dem Shortselling zugeschrieben werden kann. Es funktioniert so: Wenn man vorhersagt, dass der Wert einer Aktie fallen (oder steigen) wird, beginnt man, sie zu verkaufen und kauft sie zurück (oder umgekehrt), um an der Preisdifferenz zu verdienen, die zwischen dem Zeitpunkt des Verkaufs und des Rückkaufs entsteht. Wenn jedoch das Gegenteil passiert - wie im Fall von GameStop - beginnt man zu verlieren, anstatt zu verdienen. Tatsächlich haben Kleinanleger auf Reddit einen Massenkauf von GameStop-Aktien organisiert - dank Handelsplattformen (Robinhood in den USA, aber auch Trade Republic in Deutschland). Der Wert der Aktie stieg daher entgegen den Prognosen der Hedge-Fonds in die Höhe. Auf diese Weise ruinierten die Kleinanleger fast die beiden Investmentfonds Citron Research und Melvin Capital, die die Leerverkäufe gestartet hatten.

Wie Tracy Dathe in Springer Professional aufzeigt, hat die GameStop-Episode die Kapitalmärkte wieder einmal aufgerüttelt. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Dies könnte der richtige Zeitpunkt sein, um Strukturreformen des „Schattenfinanzsystems“einzuleiten. Hedge-Fonds, an sich schon riskante Instrumente, haben ihre Verwundbarkeit gegenüber den im Internet organisierten Massen von Kleinanlegern demonstriert. Es ist klar, dass es immer schwieriger werden wird, die Rettung dieser Fonds mit dem Geld der Bürger zu rechtfertigen. Dies gilt umso mehr, als diejenigen, die Zugang zu solchen spekulativen Marktinstrumenten haben, in der Regel über überdurchschnittliche finanzielle Mittel verfügen.

Kleinanleger haben gut bewiesen, dass sie sich durch die kombinierte Nutzung von Handels- und sozialen Netzwerkplattformen koordinieren können. Wie Tracy Dathe auch schreibt, bedeutet dies nur eines: mehr Instabilität an den Märkten. Es liegt also an den Behörden, die Situation in den Griff zu bekommen und wieder etwas Ordnung in die Finanzmärkte zu bringen.

MEISTGELESENE ARTIKEL VON HEUTE

MEISTGELESENE ARTIKEL DER WOCHE

08.06.2021 verfasst von MoneyController

Die Unterschiede zwischen denjenigen, die in ETFs investieren und denjenigen, die in Investmentfonds investieren

Weiterlesen

MEISTGELESENE ARTIKEL DES MONATS

MEISTGELESENE ARTIKEL DES FINANZFORUMS

Klassifikation anschauen