Anlagen

Auch junge Leute nehmen den Handel sehr ernst

Verfasst von MoneyController am 17.06.2021

Junge Investoren sollten nicht als unverantwortliche Glücksspieler angesehen werden, auch wenn sie sich für das Trading interessieren. Zu diesem Ergebnis kommt das Flossbach von Storch Research Institute gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen GfK, das eine interessante Analyse zu diesem Thema veröffentlicht hat. Schauen wir uns einige der Ergebnisse etwas genauer an.

Fälle wie Game-Stop oder AMC machten mehrere Tage lang Schlagzeilen in den Zeitungen. Es stimmt, dass hinter diesen spekulativen Nachrichten vor allem junge Investoren steckten, die mit dem Trading vertraut waren und ihre Informationen auf Plattformen wie Reddit abriefen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Mehrheit der jüngeren Anleger nicht auch daran interessiert wäre, Anlagen zu tätigen, die auf eine sichere Kapitalbildung abzielen, vielleicht für den Ruhestand oder eine wirtschaftliche Absicherung in der Zukunft.

Die untersuchte Stichprobe von 2.000 deutschen Aktienbesitzern wurde in zwei Altersgruppen eingeteilt: 18- bis 35-Jährige auf der einen und 35- bis 65-Jährige auf der anderen Seite. Es wurde festgestellt, dass die meisten Anleger, unabhängig vom Alter, selbstständig in die Märkte investieren, dabei auf einen Berater verzichten und so weit wie möglich Online-Broker wie Trade Republic nutzen. Die Informationen werden fast immer eigenständig abgerufen und der einzige Unterschied besteht darin, dass ältere Anleger ihre Informationen von thematischen Websites und Fachmagazinen beziehen, während jüngere Anleger soziale Netzwerke oder Foren mit Gleichgesinnten bevorzugen.

Wie hoch ist der Anteil derjenigen, die (a) schnell reich werden wollen oder (b) den Nervenkitzel der Spekulation erleben wollen? Im Fall (a) ist der prozentuale Unterschied zwischen jüngeren und älteren Menschen gering: 13 % gegenüber 9 %. Im Fall (b) liegen die Ergebnisse noch näher beieinander: 5 % gegenüber 3 %. Absolut gesehen gibt es viel mehr Menschen mit langfristigen Anlagezielen, obwohl junge Menschen dazu neigen, eine Aktie nicht allzu lange zu halten: Sie trennen sich meist nach einer kurzen Zeitspanne, die von einem Monat bis zu einem Jahr reicht. Ein weiterer Unterschied ist, dass junge Menschen niedrigere Ertragserwartungen haben als ältere Anleger: 2 % bis 4 % gegenüber 6 % bei den Anlegern über 35.

Ein recht deutlicher Unterschied betrifft hingegen einige Anlageformen: 26 % der jungen Leute sehen in Kryptowährungen ein wirksames Investment zum Schutz vor Inflation, während dies für ältere Menschen nur in 10 % der Fälle zutrifft. Die Hälfte der Älteren bevorzugt den Aktienmarkt (Aktien und Aktienfonds), während nur ein Drittel der Jüngeren darin eine Garantie gegen Inflation sieht. Immobilien hingegen sind eine Anlagekategorie, die von beiden Altersgruppen fast gleich geschätzt wird (21-22%). Auf jeden Fall hält die Mehrheit der Befragten aus beiden Kategorien (75 % der Jüngeren und 87 % der Älteren) den Aktienhandel für eine seriöse Angelegenheit.

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