Banken und Bankprodukte

Greensill Capital meldet Insolvenz an, aber BaFin ist nicht besorgt

Verfasst von MoneyController am 10.03.2021

Greensill Capital hat Insolvenz angemeldet. In den letzten Tagen hat die BaFin daher in Kenntnis der Vorgänge beschlossen, die deutsche Tochtergesellschaft Greensill Bank zu schließen.

Greensill Capital PytLdt ist ein anglo-australisches Unternehmen, das sich bis vor wenigen Jahren mit der Finanzierung und Vermarktung von Krediten an der Börse beschäftigt hat. Sie wurde 2011 von Lex Greensill gegründet und startete 2014 in Deutschland, nachdem sie die Nordfinanz Bank in Bremen, später umbenannt in Greensill Bank, übernommen hatte. Die Aktivitäten der deutschen Tochtergesellschaft standen bereits in den letzten Monaten unter der Beobachtung der BaFin wegen des Risikos drohender Überschuldung. Die oberste deutsche Aufsichtsbehörde hat nach der Pleite des Unternehmens keine besonderen Bedenken geäußert. Der Hauptgrund dafür ist, dass die beiden größten privaten deutschen Banken, Deutsche Bank und Commerzbank, kein nennenswertes Engagement bei der Greensill Bank hatten. Der Kreditmarkt kann also aufatmen.

Aber für andere stellt sich die Situation ganz anders dar. In der Tat hatte die Bank, bevor sie an den Rand des Bankrotts geriet, in Deutschland ein beeindruckendes Geschäftsvolumen aufbauen können und 4,5 Milliarden Euro verwaltet. Wer wird also die Konsequenzen dieser Schließung tragen? Es werden hauptsächlich einige deutsche Kommunen und städtische Einrichtungen sein. Außerhalb des Einlagensicherungsschutzes - so heißt es in einem Artikel der Tagesschau - verbleiben tatsächlich rund 500 Millionen Euro, die nicht zurückgezahlt werden könnten. Vor allem die Kommunen Osnabrück und Monheim hatten 14 bzw. 38 Millionen Euro angelegt. Das Problem ist, dass die Einlagensicherung nur für natürliche Personen und nicht für juristische Personen gilt. Die Bürgerinnen und Bürger hingegen werden bereits in den nächsten Wochen ihre Ersparnisse zurück erhalten können.

In der Zwischenzeit scheint es, einigen Gerüchten zufolge, als wäre Greensill Capital PytLdt im Gespräch mit dem amerikanischen Finanzinvestor Apollo, um von diesem aufgekauft zu werden. Die anglo-australische Gruppe hatte weltweit über zehn Millionen Kunden und verwaltete 143 Milliarden Dollar.

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