Finanzmärkte / Wirtschaft

Goldman Strategin: Es ist besser, Aktien zu halten

Verfasst von MoneyController am 20.09.2022

Inflation, Anzeichen einer Rezession und steigende Zinsen veranlassen viele Anleger, einen gewissen Anteil an Aktien in ihren Portfolios zu verkaufen. Sharmin Mossavar-Rahmani, Chefanlagestratege bei Goldman Sachs, glaubt im Gegenteil, dass es für Anleger besser wäre, den Aktienanteil in ihren Portfolios beizubehalten. Die Stellungnahme der Strategin erschien in der Zeitung Handelsblatt.

Die Aktienindizes scheinen die Rezessionsrisiken bereits eingepreist zu haben

Die Analyse der Strategin von Goldman Sachs basiert auf der Meinung, dass die Märkte die bevorstehende Rezession bereits eingepreist haben. Der S&P 500 ist zum Beispiel seit Jahresbeginn um 18% gefallen. Jetzt, so die Strategin, wäre es sinnvoll, Aktien zu verkaufen, wenn die Märkte die Rezessionsrisiken noch nicht ausreichend abgewogen hätten. Aber der S&P 500 (und andere Börsenindizes) sind ein ziemlich guter Indikator für den Zustand der US-Wirtschaft, die sich derzeit bereits in einer technischen Rezession befindet. Es geht also darum zu verstehen, wie die Wachstumsmöglichkeiten ab 2023 aussehen.

Der Spielraum für Erholung und Wachstum des S&P 500

Bleibt man in den USA, besteht natürlich auch das Risiko, dass sich die Rezession im nächsten Jahr fortsetzt: Das Szenario eines 7%igen Verlusts des S&P 500 wird von der Analystin jedoch mit etwa 30% angegeben. Mossavar-Rahmanis Analyse ist dagegen eher optimistisch (nicht zuletzt, weil die Nachfrage hoch bleibt und die Beschäftigungszahlen gut sind): Sie spricht von einem Wachstum der US-Wirtschaft von 5,5 % im Jahr 2023 (mit durchschnittlichen Gewinnsteigerungen zwischen 4 und 6 %) und von einem S&P 500, der wieder ein Wachstum von bis zu 17 % erreichen könnte.

In Europa ist die Situation komplizierter, aber das Wachstum kann zurückkehren

Und Europa? Die Situation in Europa ist anders als in den USA. Die Energiekrise und die steigenden Rohstoffpreise lassen die Rentabilität vieler Unternehmen erodieren und die Kaufkraft vieler Haushalte schrumpfen. Gleichzeitig erschwert dieser Preisanstieg den Zentralbanken die Eindämmung der Inflation, da sie nicht in erster Linie nachfrageorientiert ist. In einem optimistischen Szenario einer allgemeinen wirtschaftlichen Erholung könnte sich auch Europa erholen, wenn auch mit geringeren Börsenspannen zwischen 8 und 13%. Aus diesem Grund ist die Strategie von Goldman Sachs nicht nur darauf ausgerichtet, Aktien im Portfolio zu behalten, sondern auch auf ein größeres Engagement in US-Aktien.

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