Staatsanleihen und Zinsen

Geld verdienen mit Schulden - das Fallbeispiel Deutschland

Verfasst von MoneyController am 16.12.2020

Was würden Sie denken, wenn Ihre dreijährigen Anleihen eine Rendite von -0,8%, zehnjährige von -0,6% und dreißigjährige von -0,2% hätten? Es ist das, was gerade in Deutschland mit den Staatsanleihen passiert. Niemand scheint jedoch zu verzweifeln. Deutsche Anleihen zu finden wird sogar immer schwieriger. Um eine Idee zu geben: Die Nachfrage ist mindestens doppelt so hoch wie das Angebot. Und dann gibt es negative Zinsen, mit denen die Bundesrepublik nicht gerade wenig Geld verdient, allein in diesem Jahr mindestens 7,1 Milliarden Euro. Ja, aber wie ist es möglich, dass sich die Schulden eines Landes so leicht verkaufen lassen und so üppige Einnahmen möglich sind? Einerseits ist da die Kreditwürdigkeit Deutschlands, die nach wie vor die höchste in Europa und eine der besten der Welt ist. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch das Anleihekaufprogramm der EZB, die als finaler Garant fungiert und gerade einen weiteren Kauf von Staatsanleihen in Höhe von 500 Mrd. angekündigt hat. Die hochzuverlässigen deutschen Staatsanleihen dienen auch als Diversifizierungsinstrument für Portfolios. Ein Instrument, das unter anderem auch sehr liquide ist, also leicht auszuwechseln ist. Gewiss, die Schulden müssen zurückgezahlt werden. Aber im Moment scheinen sie eher ein Schnäppchen als eine Belastung zu sein.

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