Finanzberatung

Für Anleger- und objektgerechte Beratung

Verfasst von MoneyController am 30.03.2021

Der Rechtsanwalt Jens Reichow veröffentlichte in der Zeitschrift "Das Investment" einen Artikel zum Thema "Anleger- und objektgerechte Anlageberatung". Im Wesentlichen geht es dabei um die Informationspflichten, die Finanzberatungsdienstleister gegenüber ihren Anleger/Kunden haben.

Im Bereich der Finanzberatung ist es wichtig, sich von Anfang an darüber im Klaren zu sein, was dem jeweiligen Anleger gesagt werden muss. Dies dient der Transparenz bei der Beratung. Es hilft auch, Probleme zu vermeiden, die durch Missverständnisse entstehen könnten. Der Bundesgerichtshof hat jedoch bereits 1993 festgestellt, dass in Fragen der Anlageberatung jeder Finanzdienstleister zunächst einige grundlegende Informationen einholen muss. Es geht um die Risikobereitschaft des Anlegers/Kunden, das jeweilige Anlagerisiko, seine Ziele und sein Anlagewissen.

Die Beratung muss nämlich genau auf der Basis der gesammelten Informationen erfolgen. Eine Beratung ist vor allem genau dann "anlegergerecht", wenn sie die Ziele und Bedürfnisse des Kunden berücksichtigt. Für eine "objektgerechte" Beratung hingegen muss der Finanzberater die verschiedenen Eigenschaften des Anlageobjekts spezifizieren und dabei die Risiken, die für die Anlage des Kunden wichtig werden können, deutlich machen; dies bedeutet, sowohl allgemeine als auch spezielle Risiken zu berücksichtigen.

Wie kann man also die Informationen sammeln und sie dem Kunden richtig vermitteln? Zunächst einmal gibt es die verbale Kommunikation. Die mündliche Kommunikation dient zum einen dazu, alle für den Dienstleister notwendigen Informationen zu sammeln, zum anderen dazu, den Anleger/Kunden über die möglichen Risiken zu informieren. In einem mündlichen Gespräch können jedoch oft nicht alle mit dem Anlageobjekt verbundenen Risiken vollständig dargestellt werden. Es ist daher vorgesehen, dass Institutionen oder Berater dem Anleger/Kunden einen Anlageprospekt (so vollständig wie möglich) rechtzeitig zur Verfügung stellen.

Da der Bundesgerichtshof entschieden hat, dass es ausreichend ist, wenn der Prospekt dem Kunden mindestens 14 Tage vor der Zeichnung zugestellt wird, könnte eine Zustellung bis zu einem Tag vor der Zeichnung daher anfechtbar sein. Definitiv darf der Prospekt nicht erst am Tag, an dem die Zeichnung erfolgt, übergeben werden. Verweigert der Kunde/Anleger die Entgegennahme des Prospekts (wozu er berechtigt ist), muss der Dienstleister ihn dennoch mündlich über dessen Inhalt informieren.

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