Finanzmärkte / Wirtschaft

Fünf unbequeme Wahrheiten über die kommende Wirtschaftskrise

Verfasst von MoneyController am 08.03.2021

Was werden die wichtigsten wirtschaftlichen Folgen der pandemiebedingten Krise sein? Das Magazin Focus berichtet über die Ansichten des Ökonomen Hubertus Bardt, Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, zum Thema. Bardt fasst seine Sichtweise in fünf Wahrheiten zusammen, die man eigentlich nicht hören möchte.

  1. Im Jahr 2021 wird Deutschland bis zu 500.000 Arbeitslose mehr zu verkraften haben als in 2019. Im Laufe des Jahres wird die Wirkung des Kurzarbeitergeldes nämlich nachlassen. Die Maßnahme sollte den besonders stark betroffenen Sektoren durch diese schwierige Zeit helfen. Wenn sich aber, wie nun erwartet, dieselben Sektoren nicht vollständig erholen, wird die Maßnahme nur dazu gedient haben, den unvermeidlichen Abbau von Arbeitsplätzen zu verzögern.
  2. Die Beschränkungen unseres Verhaltens sowie die Angst, die viele Bürger in diesen zwölf Monaten entwickelt haben, bergen die Gefahr, dass viele Unternehmen nicht nur in den nächsten Monaten, sondern sogar in den nächsten Jahren betroffen sein werden.
  3. In Krisenzeiten ist einer der am stärksten betroffenen Bereiche, über alle Branchen hinweg, die Innovation. Bardt nennt das Beispiel der Luftfahrtindustrie: Wie kann man von großen Unternehmen erwarten, dass sie in Innovationen investieren, wenn ihre Budgets zur Deckung von Verlusten und zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs im Allgemeinen verwendet werden? Diese Überlegung lässt sich natürlich leicht auf andere Sektoren übertragen.
  4. Einzelhandelsgeschäfte haben bis vor kurzem noch unter der Konkurrenz durch große Einkaufszentren gelitten. Zu ihnen gesellen sich nun virtuelle Läden, die natürlich in den letzten Monaten ein beispielloses Wachstum erfahren haben. Die Folge ist, dass die Innenstädte immer leerer werden.
  5. Ein Verlust von 5% des BIP bedeutet, dass man im Laufe des Jahres mindestens ein halbes Gehalt weniger erhält. Dies ist der wirkungsvolle Vergleich, mit dem Bardt versucht, die Auswirkungen der Krise zu quantifizieren.

Bardt ist der Meinung, dass der Kampf gegen das Virus unerbittlich sein muss, da er der eigentliche Schlüssel zur Bewältigung der Herausforderung unserer Zeit ist. Er ist sich aber auch des Schadens bewusst, den dieser Kampf nach und nach der Wirtschaft zufügt. Ein Schaden, der, wie er sagt, wie bei einer Flut ist: Der wirkliche Schaden wird tatsächlich erst sichtbar, wenn sie vorbei ist.

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