Finanzberater

Finanzmakler: „ESG-Offenlegungsverordnung belastet Finanzberater“

Verfasst von MoneyController am 11.03.2021

In einem Artikel in „Das Investment“ nimmt der Geschäftsführer der PMA Finanz- und Versicherungsmakler Bernward Maasjost Stellung zu der seit gestern in Kraft getretenen Offenlegungsverordnung. Das Unternehmen beteiligt sich aktiv an der Diskussion zum Thema und ist eines der Gründungsmitglieder des „Arbeitskreises Finanzvermittlung und Nachhaltigkeitsfaktoren“.

Maasjost erklärt, dass er mit dem Tenor der neuen Regelung einverstanden sei. Er findet, dass die Ziele sogar sehr klar formuliert seien. Nicht nur das: Maasjost hält es für richtig, dass die EU versucht, das Thema Umweltschutz und Transparenz in einer Branche wie der Finanzbranche, in der das Gewinnstreben an erster Stelle steht, verbindlich zu machen. Deshalb sei es auch richtig, dass Kunden immer nach ihrer „Nachhaltigkeitspräferenz“ gefragt werden und eine Strategie entwickelt wird, die dies berücksichtigt.

Einfacher wäre es allerdings, wenn sich die Finanzmakler nicht auch noch mit der tatsächlichen Nachhaltigkeit der Produkte, die sie ihren Kunden offerieren, auseinandersetzen müssten, d.h. wieder einmal selbst darüber unterrichtet sein müssen, welche konkreten Auswirkungen diese Produkte auf die Umwelt haben. Die Frage ist: Wie können Finanzberater und Makler wirklich wissen, wie die Ausgestaltung der Produkte ist, die sie bei ihren Produktanbietern auswählen? Wie können sie das wirklich überprüfen?

Maasjost weist auch darauf hin, dass neben den fehlenden technischen Details für die Umsetzung dieser Regelung auch die Anpassung der Delegierten-Verordnung (EU) 2017/2359 über den Vertrieb von Versicherungsanlageprodukten fehle, die nicht vor 2022 erwartet werde. Was ist also zu tun? Man sollte sich davon nicht abschrecken lassen, sondern im Gegenteil weitermachen und den Druck auf die Produktanbieter erhöhen, damit diese einen möglichst umfassenden Prospekt zur Verfügung stellen.

Vermittler und Finanzberater sollten in der Tat so viele Informationen wie möglich sammeln, nachhaltige Anlagestrategien auf Basis der Kundenbedürfnisse präsentieren, aber sie müssen auch zwangsläufig den Informationen vertrauen, die die Finanzproduktanbieter zur Verfügung stellen. Das Problem wird nämlich genau dann wirklich gelöst, wenn auch den Produktanbietern klare Regeln vorgegeben werden. Deshalb setzen sich Maasjost und sein Unternehmen in einem Arbeitskreis von Finanzvermittlern für die Entwicklung einer branchenweiten DIN-Norm ein, die das Kriterium der Nachhaltigkeit für die breite Palette der Finanzprodukte vereinheitlicht.  

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