Finanzmärkte / Wirtschaft

Ist der Börsencrash schon da?

Verfasst von MoneyController am 24.01.2022

Die Finanzmärkte befinden sich in vielen Regionen der Welt in einer Phase der Abwärtskorrekturen. Sollten wir über einen Marktcrash sprechen? Zu diesem Thema ist ein interessanter Artikel von Mark DeCambre auf dem Portal MarketWatch erschienen.

Seit Beginn des Jahres haben die meisten US-Indizes zunehmend ins Minus gedreht. Der S&P 500 (-8,2 %), der Down Jones Industrial Average (-5,6 %) und der NASDAQ Composite Index (-13,2 %) verzeichneten allesamt deutliche Verluste. In der vergangenen Woche sind auch viele europäische Börsen ins Minus gerutscht. Der italienische FTSE MIB, der deutsche DAX 30, der spanische IBEX 35 und der französische CAC 40 haben in den vergangenen fünf Tagen jeweils rund 3,4% verloren. Der britische FTSE 100 verlor im gleichen Zeitraum 2,9%. Ist es an der Zeit, über einen Marktcrash zu sprechen? Der CIO von Infrastructure Capital Management, Jay Hatfield (dessen Meinung in DeCambres Artikel zitiert wird), sieht das nicht so. Was wir erleben, ist einfach eine bärische Phase am Markt.

Es gibt mindestens drei Gründe für einen solchen Bärenmarkt.

  1. Inflation und Geldpolitik. Die Finanzmarktteilnehmer haben erkannt, dass sich die Zeit der billigen Liquidität ihrem Ende nähert. Es ist daher physiologisch, dass eine restriktive Geldpolitik zur Bekämpfung der Inflation zu einem Rückgang der Preise von Finanztiteln führen sollte.
  2. Geopolitische Spannungen. Die Eskalation der Spannungen in der Ukraine hat den Ausbruch eines Konflikts sehr viel wahrscheinlicher gemacht, der ernste humanitäre, aber auch wirtschaftliche Auswirkungen haben könnte. In der Zwischenzeit geht der sogenannte "neue kalte Krieg" zwischen den Vereinigten Staaten und China weiter, mit nicht zu unterschätzenden Spannungsfeldern wie Hongkong und Taiwan.
  3. Ende des wirtschaftlichen Aufschwungs. Die rasche Erholung der Volkswirtschaften auf der ganzen Welt hat dem Finanzmarkt, insbesondere dem Aktienmarkt, viel Auftrieb gegeben. Nach dem Ende solch hoher Wachstumsraten in der Realwirtschaft ist es schwer vorstellbar, dass die Finanzmärkte entsprechende (wenn nicht sogar höhere) Wachstumsraten aufweisen.

Trotz alledem ist es, wie Hatfield vorschlägt, immer noch besser zu warten, bevor man von einem Marktcrash spricht: Im Moment befinden sich die Märkte angesichts der allgemeinen Bedingungen einfach in einer Preiskorrekturphase.

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