Behavioral Finance

An den Märkten darf man den Emotionen weniger Raum geben

Verfasst von MoneyController am 21.05.2021

Wenn man in die Welt der Finanzen einsteigt, sollte man die starken Gefühle außen vor lassen. Dies ist jedoch oft nicht der Fall. Im Gegenteil, viele Anleger riskieren, dass ihre Entscheidungen an den Märkten irreparabel von Emotionen beeinflusst werden, mit verheerenden Auswirkungen. Zu lernen, Gefühle zu erkennen, insbesondere wie sie einen selbst und andere beeinflussen, ist der erste Schritt, sie zu kontrollieren und sich nicht von ihnen beeinflussen zu lassen. Das Magazin Fondsprofessionell stellt in seinem Artikel eine vom Vorstand des MPF, Thomas Buckard, erstellte Liste vor, die einige der typischsten Fehler von Anlegern aufgrund von Emotionen auflistet.

Einige besonders hohe Aktienkurse entsprechen nicht dem realen Wert, sondern den Erwartungen der Anleger, die oft emotionaler Natur sind. Dies ist beispielsweise bei bestimmten Aktien im Zusammenhang mit Impfstoffen gegen Covid-19 oder Nachhaltigkeit der Fall. Es ist besser, dieser emotionalen Übertragung nicht zu trauen und die wirtschaftlichen Fundamentaldaten eines Unternehmens genau zu prüfen.

Mit diesem Problem verbunden ist ein Mangel an Klarheit in der Analyse. In diesem Fall handelt es sich um die sogenannte "selektive Wahrnehmung". Es ist eine Verhaltensweise, die uns dazu bringt, nur die guten Nachrichten in Bezug auf die Aktien, in die wir investiert haben, auszuwählen und die schlechten zu vernachlässigen. Gleichsam eine Fallstudie scheint Tesla zu sein: Die Verkaufszahlen, oft nicht sehr schmeichelhaft, machen nicht viel Schlagzeilen, im Gegensatz zu den Ankündigungen von Elon Musk, die von fast allen Zeitungen aufgegriffen werden.

Wenn die Zinsen nicht zu steigen beginnen, gibt es keine Alternative zu Aktien, deren Kurse daher weiter steigen werden. Dies ist eine allgemeine Argumentation, die jedoch die möglichen Alternativen zu Aktien (oder anderen zukünftigen Szenarien) nicht berücksichtigt und unsere Entscheidungen bedingt. Es ist besser, solchen allgemeinen Erwägungen nicht zu trauen, auch wenn sie gültig schienen, als man sie formulierte. Es ist weitaus nützlicher, sich die Besonderheiten anzusehen.

Emotionalität hat einen sehr negativen Einfluss auf die rechtzeitige Entscheidung, eine Aktie zu kaufen oder zu verkaufen. Insbesondere halten viele Menschen weiterhin Aktien mit Verlusten, weil sie ihren Fehler nicht zugeben können. Allerdings ist es besser, einen Fehler eingestehen zu müssen, als für unnötige Konsequenzen zu bezahlen.

Auch der berüchtigte "Herdeneffekt" sollte vermieden werden, d.h. die Vorstellung, dass es an sich eine gute Idee sei, den Entscheidungen der Mehrheit zu folgen. In der Finanzwelt kann zudem die Tatsache, dass die Mehrheit schon in ein Produkt investiert hat, dazu führen, dass die Renditechancen für Neueinsteiger geringer sind, als man vielleicht erwarten könnte.

Zu den zu vermeidenden Risiken zählt Buckard auch die sogenannten "Klumpenrisiken". Mit anderen Worten: Die Diversifizierung der eigenen Investitionen bedeutet nicht, einfach in eine Gruppe von Aktien zu investieren. Diese könnten die gleichen systemischen Risiken aufweisen und somit gleichzeitig an Wert verlieren.

Und schließlich sollte man sich nicht von zu hohen Kursen locken lassen. Oft wird nämlich der Preis einer Aktie mit ihrem gefühlten Wert verwechselt, als wäre er ein Qualitätsindikator. Wenn das Kurs/Gewinn-Verhältnis einer Investition weit über dem Durchschnitt liegt, kann das bedeuten, dass man eher eine riskante als eine lohnende Investition tätigt.

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