Finanzmärkte / Wirtschaft

Fed erhöht die Zinsen und erschüttert die Märkte

Verfasst von MoneyController am 22.09.2022

Die Federal Reserve (Fed) hat die Zinssätze um 75 Basispunkte erhöht. Dieser weitere Anstieg war erwartet worden, erschütterte aber dennoch die Märkte. In Europa wächst derweil das Risiko einer Stagflation (siehe Inflation, Stagflation und Deflation).

Die hawkishe Fed erhöht weiter die Zinsen, um die Inflation einzudämmen

Die Fed setzt ihre hawkishe Politik fort. Nach der gestern, am 21. September, angekündigten Erhöhung erreichten die Zinssätze 3% und 3,25%. Jerome Powell war sehr deutlich: Das oberste Ziel der US-Notenbank ist es, die Inflation wieder auf das physiologische Niveau von 2% zu bringen. Ausgehend von der Messung der Kerninflation - bei der die volatilsten Elemente nicht berücksichtigt werden - dürfte dies in den USA im Jahr 2025 erreicht werden. Aber um dieses Ziel zu erreichen, so Powell, gibt es keinen schmerzfreien Weg. Das bedeutet, dass die Zinsen Ende dieses Jahres bis auf 4,4 Prozent und 2023 auf 4,6 Prozent steigen könnten.

Zinserhöhung lässt US-Aktienmärkte (und andere) ins Minus rutschen

Die Wall Street hatte diesen Anstieg erwartet. Dennoch hatte die US-Börse einen negativen Tag. So fielen die großen Börsenindizes S&P 500, Nasdaq 100 und Dow Jones. Diese aggressive Zinserhöhung birgt weitere Rezessionsrisiken. Das Wachstum des US-BIP wurde nach unten korrigiert: von 1,7% auf 0,2%. Es wird erwartet, dass die europäischen Aktienmärkte heute weiter fallen werden, wie die Daten des Eurostoxx50-Futures (-1,55%) zeigen. Der Rückgang an der Wall Street und die gestrige Ankündigung von Wladimir Putin, der von einer Teilmobilisierung sprach und erneut mit dem Einsatz von Atomwaffen drohte, könnten die europäischen Aktienmärkte auch heute noch stark beeinflussen.

Auch Europa bereitet sich auf eine weitere Zinserhöhung vor

Während von der Bank of England eine Erhöhung um 50 Basispunkte erwartet wird, kommen Signale von der Europäischen Zentralbank: Isabel Schnabel vom EZB-Direktorium bestätigte, dass die Zinsen weiter angehoben werden müssen. EZB-Vizepräsident Luis De Guindos bestätigte, dass sowohl Stagnations- als auch Inflationsrisiken (die, wie wir wissen, zusammengenommen das Phänomen der Stagflation hervorrufen) auf Europa lasten.

Der Dollar wird gegenüber anderen Währungen stärker

Die Rallye des Dollars reißt indes nicht ab: Gestern fiel der Euro wieder unter die Parität. Viele Währungen haben dagegen deutliche Verluste gegenüber dem Dollar verzeichnet: vom Pfund Sterling bis zum Yen, von der schwedischen Krone über den polnischen Zloty bis hin zum ungarischen Forint und der tschechischen Krone. Der Dollar-Index hingegen verzeichnete einen jährlichen Anstieg von 16,1%, so viel wie seit 1981 nicht mehr.

Lesen Sie auch:

Was sind Zinssätze?

Europa: Stagflation auf dem Weg

Inflation, Stagflation und Deflation

MEISTGELESENE ARTIKEL VON HEUTE

MEISTGELESENE ARTIKEL DER WOCHE

MEISTGELESENE ARTIKEL DES MONATS

MEISTGELESENE ARTIKEL DES FINANZFORUMS

Klassifikation anschauen