Finanzmärkte / Wirtschaft

EZB: Konsumerholung nicht überschätzen

Verfasst von MoneyController am 03.08.2021

In einem kürzlich von der Europäischen Zentralbank veröffentlichten Dokument wird darauf hingewiesen, dass die Rolle der angesammelten Ersparnisse für die künftige Erholung des Konsums nicht überschätzt werden sollte.

Die Belebung des Konsums wird häufig als Hauptantriebskraft für die Konjunkturerholung angeführt. Mit ihrer neuesten Studie mahnt die EZB  eine Abkühlung dieses Enthusiasmus an. Laut einer von den Autoren der Studie zitierten Umfrage sind zum Beispiel die Pläne für den Kauf eines Autos immer noch niedriger als vor der Krise, und die Pläne für den Kauf von Möbeln oder Haushaltsgeräten entsprechen voll und ganz denen der ersten Monate des Jahres 2020. Kein Konsumboom also in den Prognosen der EZB, die den Konsum genau im Auge behält, um die Inflationsentwicklung zu beurteilen und abzuschätzen.

Bekanntlich hatte die Pandemie den scheinbar paradoxen Effekt, dass sie den Wohlstand bestimmter Bevölkerungsgruppen, insbesondere älterer Menschen und einkommensstarker Personen, erhöht hat. Dies war möglich, da diese spezifischen Bevölkerungsgruppen keinen besonderen wirtschaftlichen Schaden erlitten und gleichzeitig ihr typischer Konsum durch die Beschränkungen stark eingeschränkt war. Aber ist es jetzt, wo die Beschränkungen quasi vorbei sind, nicht an der Zeit für eine große Wiederbelebung des Konsums?

Die Wirtschaftswissenschaftler streiten darüber, ob der Konsumanstieg, der mit Sicherheit eintreten wird, stärker oder schwächer ausfallen und den Aufschwung vorantreiben wird. In der Zwischenzeit sei daran erinnert, dass die Sparquote der privaten Haushalte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im ersten Quartal dieses Jahres auf 23,2 % gestiegen ist. Diese Zahl liegt sogar über den 20,5 % des zweiten Quartala des Vorjahres, in einer Zeit, in der die Beschränkungen noch strenger waren. Die Zahlen für die deutschen Ersparnisse sind wahrhaft schwindelerregend: 2.800 Milliarden Euro.

Es lohnt sich wiederzugeben, was Deka-Volkswirt Andreas Scheuerle gegenüber der Frankfurter Allgemeine Zeitung sagte: Einkommenszuwächse und die Reduzierung der Sparquoten würden sicherlich zu einem ordentlichen Anstieg des Konsums führen, der allerdings zu einem großen Teil ins Ausland verlagert werde, weil viele Deutsche ihren Urlaub im Ausland verbringen werden.

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