ESG - Nachhaltigkeit

Sind ESG-Investitionen eine Blase, die zu platzen droht?

Verfasst von MoneyController am 09.11.2021

Die Welt der nachhaltigen Geldanlagen scheint die beste aller möglichen Welten zu sein: überdurchschnittliche Renditen und Risiken, die unterdurchschnittlich zu sein scheinen. Dazu kommt noch der aktive Beitrag zur Verbesserung unserer Klimazukunft. Doch nicht alle sind dieser Meinung. Einer von ihnen ist Peter Seppelfricke, Dozent für Finanzwirtschaft an der Hochschule Osnabrück. Werfen wir einen Blick darauf, was ihn dazu bringt, entschieden weniger optimistisch zu sein und im Gegenteil von einer echten nachhaltigen Investmentblase zu sprechen, die kurz vor dem Platzen stehe. Der Beitrag von Seppelfricke ist auf „Capital.de“ erschienen.

ESG-Investitionen: Mittelzuflüsse treiben Preise in die Höhe

Seppelfricke verweist zunächst auf die Wirtschaftstheorie, wonach der zusätzliche Nutzen „grüner“ Investitionen (d. h. ihre spezifische Umweltkomponente) zumindest auf dem Papier zu unterdurchschnittlichen Renditen führen sollte. Aber im Gegenteil, die Renditen sind, wie erwähnt, sogar noch höher. Ist dies vielleicht darauf zurückzuführen, dass ein sorgfältigeres Umweltmanagement im Durchschnitt zu höheren Unternehmensgewinnen führt? Die Antwort scheint nein zu lauten: Nicht die Unternehmensgewinne bestimmen die Rendite, sondern die Kapitalzuflüsse. Das belegen die Daten des Analyseunternehmens Value Investor Research, dessen Gründer Seppelfricke ist.

Das Risiko einer ESG-Blase ist real

„Der Effekt ist vergleichbar mit der besseren Performance von Aktien anlässlich einer Indexaufnahme. Die Indexaufnahme erzeugt ebenfalls einen Kaufdruck auf die neuen Indexmitglieder“, schreibt Seppelfricke. Der Wert von ESG-konformen Wertpapieren sei also nicht auf Gründe zurückzuführen, die in den emittierenden Unternehmen selbst liegen, sondern auf den Nachfragedruck von Anlegern, die Seppelfricke ohne zu zögern als „unerfahren“ bezeichnet. Kurzum: Wir haben es mit einer Blase zu tun, die laut Seppelfricke früher oder später platzen werde. Es sei nur eine Frage der Zeit.

Wie die ESG-Blase funktioniert und warum sie platzen kann

Das „Perpetuum mobile der Geldanlage“ nennt Seppelfricke diesen Mechanismus. Die Funktionsweise ist einfach: Die Investoren schießen Kapital ein, treiben die Preise in die Höhe und dieser Wertzuwachs zieht weitere Investoren an. Der Prozess ist sehr anfällig, wenn er nicht auf einem soliden Basiswert beruht: Ein Vertrauensverlust sowie eine Verlangsamung des Wachstums oder ein überhöhter Kurs der Wertpapiere können dazu führen, dass Anleger ihre Investitionen zurückziehen und einen gefährlichen Dominoeffekt auslösen. Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus dieser Analyse ziehen? Vielleicht ist dies nur ein weiterer Grund zu der Annahme, dass die Branche unbedingt Transparenz und Klarheit braucht.

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