Finanzmärkte / Wirtschaft

Erste offizielle BIP-Daten für 2020 - zum Glück verspricht 2021 Besseres

Verfasst von MoneyController am 16.01.2021

Die offiziellen deutschen BIP-Zahlen für 2020 sind besorgniserregend. Aber nicht zu sehr. Das Statistische Bundesamt hat eine Rezession von -5% errechnet. Kalenderbereinigt sind dies -5,3%. Man muss nicht allzu weit zurückgehen, um einen solch hohen Wert zu finden: 2009 verursachte die Finanzkrise eine Rezession von 5,7%. Wenn man bedenkt, dass im April 2020 die Prognose für den Rückgang des BIP 20% betrug, kann man sagen, dass es viel schlimmer hätte kommen können.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nannte die Zahl „dramatisch hoch“. Er erinnerte aber auch daran, dass die Bundesrepublik große finanzielle Anstrengungen unternommen habe, um eine noch schlimmere Rezession abzuwenden. Dazu waren Ausgaben in Höhe von 158,2 Mrd. EUR erforderlich, was zu einem Anstieg der Staatschulden um 4,8% führte. Der deutsche Staat hatte seinen Haushalt letztmalig 2011 mit einem Minus abgeschlossen. Das einzige Mal, dass die Bundesrepublik ein höheres Haushaltsdefizit verzeichnete, war 1995.

Weitere Daten des Statistischen Bundesamtes: Die Exporte gingen um 9,9% zurück; die Unternehmen investierten 12,5% weniger als im Vorjahr; die Verbraucher reduzierten ihre Ausgaben um rund 6%.

Es wird immer deutlicher, dass 2021 das Jahr der allgemeinen Erholung sein wird, auch wenn die Erholung nicht sofort erfolgen wird. Es ist wahrscheinlich, dass die Deutschen auch über den Januar hinaus mit der Verlängerung des Lockdowns rechnen müssen. Im ersten Quartal wird es schwierig werden, eine vollständige Erholung der Wirtschaft zu erleben. Die Lieferkette für die Industrie wird jedoch nicht mehr so unterbrochen sein wie im Jahr 2020. Diese Bedingungen (zusammen mit stark gestiegenen Einsparungen) bilden die Grundlage für die solide Erholung, die - wenn alles gut geht - dazu führen sollte, dass Deutschland am Ende dieses Jahres um 4 % wächst.

Ermutigend ist auch, dass Deutschland auf eine solide industrielle Basis seiner Wirtschaft zählen kann: Die daraus resultierende Wertschöpfung liegt bei 24%, im Gegensatz zu Frankreich und Großbritannien, wo sie 13% ausmacht. Das garantiert ihr - wie sich im vergangenen Jahr gezeigt hat - einen besseren Widerstand gegen die restriktive Politik zur Eindämmung der Pandemie.

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