Fintech

Sind Einkäufe dank Fintech nachhaltiger?

Verfasst von MoneyController am 24.04.2021

E-Commerce ist ein Wirtschaftszweig, der durch die Pandemie einen entscheidenden Schub erhalten hat. Wie lässt sich dieser Trend mit der zunehmenden Sensibilität der Käufer für ökologische Nachhaltigkeit vereinbaren? Die Lösung kommt von der von einigen Fintech-Unternehmen entwickelten Technologie, durch die es möglich ist zu berechnen, inwieweit die getätigten Einkäufe nachhaltig sind.

Die Deutschen haben im Jahr 2020 viel im Internet eingekauft. Wir sprechen von einem Wachstum von mehr als 15 % mit einem Gesamtumsatz von 83 Milliarden Euro. Wenn es auch nicht möglich ist, die eventuellen Umweltauswirkungen eines solchen Gesamtanstiegs (unter Berücksichtigung von Produktion und Transport) zu berechnen, so weist die Journalistin Antonia Mannweiler in einem Artikel der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) doch darauf hin, dass das Fintech-Unternehmen Klarna seinen Kunden die Möglichkeit gibt, den "CO2 Fußabdruck" ihrer einzelnen Einkäufe einzusehen, d.h. die Menge des produzierten CO2, basierend auf den jeweils im Internet getätigten Einkäufen.

Neben Klarna erwähnt Mannweiler in ihrem Artikel auch das Berliner Unternehmen Ecolytiq. Diese Plattform hat aber nicht nur eine Retail-Dimension, sondern richtet sich direkt an Banken und Finanzinstitute. Das bedeutet, dass sie Zahlungsdienstleistern hilft, die Umweltauswirkungen der Einkäufe ihrer Kunden zu messen. Die Tomorrow Bank und die Nachhaltigkeitsbank Novus sind in dieser Hinsicht sogar noch weiter fortgeschritten: Sie ermöglichen ihren Kunden, bei Bezahlung den ungefähren CO2-Fußabdruck in ihrer App zu sehen, den sie durch ihre Einkäufe hinterlassen.

Klarna-Chef Sebastian Siemiatkowski erklärte Mannweiler in der FAZ, dass sein Unternehmen zwar eine spezialisierte Datenerfassungsfirma wie Doconomy einsetze, die Berechnung des CO2-Verbrauchs aber indikativ bleibe. Das heißt aber nicht, dass die Angaben nicht präziser werden können. Tatsächlich werden diese Apps in erster Linie von Verbrauchern genutzt, um ihren Konsum zu steuern. Dies könnte zu einer signifikanten Zunahme von Informationen seitens der Hersteller selbst führen, wenn deren Strategie auf der Förderung nachhaltiger Produkte beruht.

Aus Sicht von Siemiatkowskikönnte der Fintech-Sektor unter Ausnutzung neuer Datenverarbeitungstechnologien von den Sparern also nicht nur genutzt werden, um ihre Einkäufe bequemer zu erhalten, indem sie von der heimischen Couch aus einkaufen. Er könnte auch ein Instrument sein, um Druck auf Unternehmen auszuüben, ihre Produkte nachhaltiger und transparenter zu gestalten.

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