Altersvorsorge

Einige Kritikpunkte am deutschen Rentenmodell und ein Ausblick auf die Märkte

Verfasst von MoneyController am 01.03.2021

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) interviewte Reinhard Panse, Chef-Anlagestratege des Finvia Family Office. Panse gab seine Meinung zu verschiedenen Bereichen ab. Besonders kritisch äußerte er sich jedoch zum Rentensystem.

Bei seiner Beurteilung des Umgangs der Bundesregierung mit den Rentenkonten in Bezug auf die Höhe der Verschuldung nimmt Panse kein Blatt vor den Mund: In einem normalen Unternehmen hätte ein solches Management zur Entlassung des Vorstandes geführt. Er glaubt, dass langfristige Maßnahmen unumgänglich seien. Insbesondere, um die durch die Inflation verursachten Schäden zu begrenzen. Wenn man bedenkt, dass 30-jährige Bundesanleihen bei -0,2% liegen und die Inflationsrate bei etwa 2% erwartet wird, müssten die Renditen auf 2,8% steigen, um die Aushöhlung der Rentenwerte auszugleichen.

Bei der aktuellen Situation haben wir dagegen einen Kursverlust von 62 %. Dies würde einen realen Vermögensverlust von einem Drittel innerhalb eines Jahrzehnts bedeuten. Die Auswirkungen auf die Altersvorsorge wären, wie Panse sagt, katastrophal.

Auch die Riester-Rente sieht Panse sehr kritisch. Er vergleicht sie mit der schwedischen AP7-Rente, die eine ähnliche Leistung erbringt, aber ein Zwanzigstel der Kosten tragen muss. Panse schlägt vor, dass Sparer sich dem Aktienmarkt zuwenden, indem sie global investieren, zum Beispiel über einen ETF. Die Vorstellung, mit der Investition in einzelne Aktien Geld verdienen zu können, führt nicht selten zu der unschönen Konsequenz, den Marktschwankungen ausgeliefert zu sein.

Während des Interviews äußerte Panse auch einige andere interessante Ansichten über die finanzielle Situation, die wir zurzeit erleben. Erstens glaubt er, dass der amerikanische Aktienmarkt mit einem Kurs/Cashflow-Verhältnis von 21 überbewertet ist. Gleiches gilt auch für den Nikkei-Index, dessen entsprechender Wert bei 19 liegt. Das Problem, das vor allem die USA betrifft, besteht darin, dass eine Erhöhung der Steuerbelastung - wie sie Joe Biden bereits angekündigt hat - die Gefahr birgt, dass die Gewinne der großen amerikanischen Tech-Unternehmen schrumpfen und als Konsequenz zu einer Korrektur ihrer Börsenwerte führen könnte.

Aber die von den Zentralbanken künstlich niedrig gehaltenen Zinssätze lassen Panse jedoch darauf schließen, dass, abgesehen von einigen Korrekturen wie die bei den großen Tech-Unternehmen, der Wert der Aktien insgesamt weiter steigen wird.

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