Megatrends

Ein Blick auf die Gesundheitsversorgung der Zukunft

Verfasst von MoneyController am 12.01.2021

Wird bald ein „Tricoder“ erfunden? Dazu wird es vielleicht nicht kommen, aber es wird nahe dran sein. Das behauptet Aktienportfoliomanager Rich Wolf. Der Tricoder ist ein Objekt der Fantasie. Er kommt in der Fernsehserie Star Treck vor und dient dazu, alle Vitalfunktionen eines Menschen zu überwachen und sofort die beste Behandlung zu verordnen. Wolf behauptet, dass die Gesundheitsversorgung eine besonders vielversprechende Phase durchläuft. Dank Forschung und Innovation könnte die Medizin vor einem epochalen Wendepunkt stehen. Die Investmentgesellschaft Capital Group hat sich eingehend mit den Wachstumsaussichten des Gesundheitswesens im nächsten Jahrzehnt beschäftigt. Hier sind die interessantesten Punkte.

Kartierung des menschlichen Genoms und Krebsforschung

Die Sequenzierung des menschlichen Genoms ist zunehmend einfacher geworden. Vor zwanzig Jahren haben die ersten Wissenschaftler acht Monate gebraucht und etwa 100.000 US-Dollar ausgegeben. Heute kostet es 1.000 US-Dollar und der Vorgang dauert nur einige Tage. Die Genomforschung dient vor allem der Verbesserung von Therapien bei der Behandlung von Krebs. Unternehmen wie Merck und Gilead Sciences investieren besonders aggressiv in diesen Sektor. Ergebnisse sind mit der Entdeckung von immer wirksameren Therapien zur Behandlung von Blasenkrebs oder Melanomen erzielt worden.

Auch China investiert zunehmend systematisch in die Forschung. Bis 2023 könnten rund 40 Milliarden Dollar in die Forschung investiert werden. Dabei wird die US-Forschung - die in den nächsten Jahren unangefochtener Marktführer bleiben wird - die Marke von 90 Milliarden Dollar erreichen. Der Vorteil Chinas ist jedoch - so die Aktienportfoliomanagerin Cheryl Frank -, dass es die gleichen Produkte zu einem viel niedrigeren Preis verkaufen kann.

Die Gesundheitsbranche

Von der Entwicklung des Gesundheitswesens würden nicht nur Pharmaunternehmen profitieren. Auch andere produzierende Industrien könnten davon profitieren, wie z. B. Thermo Fisher Scientific, das Systeme zur Lagerung von Medikamenten entwickelt. Dann gibt es natürlich die sogenannten Medtech-Unternehmen, d. h. jene Unternehmen, die die für die Gesundheitsversorgung benötigten Technologien entwickeln und bereitstellen. Besonders vielversprechend sind die immer ausgefeilteren Diagnosesysteme. Sie reichen von molekularen Überwachungssystemen, die stärker auf den Forschungssektor ausgerichtet sind, bis hin zu Blutanalysesystemen, die in der Lage sind, viel mehr Pathologien zu erkennen, als dies heute mit einer einfachen ambulanten Blutprobe möglich ist.

Telemedizin und Gesundheitskosten

Die Coronavirus-Pandemie hat die Digitalisierung der Medizin entscheidend vorangetrieben. Die Aktienportfolio-Managerin Cheryl Frank spricht von einem jährlichen Wachstum der Telemedizinbranche von 21%. Dies bedeutet, dass sich das derzeitige Marktvolumen von 46 Milliarden Dollar auf 176 Milliarden Dollar im Jahr 2026 erhöhen würde. Die Zukunft der Diagnose und Behandlung könnte daher „zu Hause“ liegen. Dies könnte zu einer Senkung der Kosten in einem Sektor führen, in dem in den letzten Jahren die Steigerung der Ausgaben auch für Patienten auf der Tagesordnung stand. Dieser Diskurs betrifft noch mehr als Europa (das ohnehin mit einem immer teureren Gesundheitssystem zu kämpfen hat) eher private Gesundheitssysteme wie die USA. Das amerikanische Unternehmen GoodRx beispielsweise informiert seine Kunden darüber, wo in der Nähe die günstigsten Medikamente zu finden sind.

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