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DWS-Manager über Tech-Aktien: „Es ist definitiv keine Blase“

Verfasst von MoneyController am 22.01.2021

In einem Interview mit der Zeitung Handelsblatt äußerte sich der bekannte DWS-Manager Klaus Kaldemorgen zu US-amerikanischen Technologieaktien. Seiner Ansicht nach handelt es sich nicht um eine Finanzblase, die kurz vor dem Platzen steht, sondern um eine einfache zyklische Veränderung: Mit der Rückkehr zur Normalität wird die Rallye der Technologiegiganten aufhören. Stattdessen werden Aktien, die mit Sektoren verbunden sind, die den Betrieb wieder voll aufnehmen werden, wieder zu steigen beginnen.

2020 war aus Sicht der Tech-Aktien sicherlich ein außergewöhnliches Jahr. Der Nasdaq stieg um 40%, angetrieben von den außergewöhnlichen Börsenergebnissen der Tech-Giganten: Facebook + 27%, Alphabet (Google) + 24%, Amazon + 68%, Apple + 75%, Netflix + 56%, Tesla + 715 %, Microsoft + 35%. Diese Unternehmen waren in der Lage, von dem Anstieg der Nutzung digitaler Dienste durch Menschen auf der ganzen Welt zu profitieren-Dies war der Fall, egal ob man an E-Commerce oder Unterhaltung, an Home Office oder virtuelle Meetings denkt. Ein solches Aktienwachstum lässt sich nicht auf einfache Börsenspekulationen zurückführen: Laut Kaldemorgen haben diese Aktien von recht soliden Trends profitiert.

In der Tat weist Kaldemorgen darauf hin, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) eigentlich recht günstig ist. Zumindest liegt es 70% unter dem Wert, der zu Beginn des Jahrtausends verzeichnet wurde, als der Aufstieg der Dotcom-Aktien mit dem Platzen einer Finanzblase unrühmlich endete. Kurzum: „Es ist definitiv keine Blase“, sagte Kaldemorgen.

Allerdings weist der DWS-Manager darauf hin, dass allein aufgrund der konjunkturellen Rahmenbedingungen, also der Rückkehr zur Normalität, davon auszugehen ist, dass wir in diesem Jahr nicht so etwas wie 2020 erleben werden. Selbst wenn sie weiter wachsen würden, könnten die Technologiewerte nicht mehr Wachstumsraten wie im letzten Jahr erzielen. Stattdessen werden Aktienaus den Bereichen Chemie, Roh- und Baustoffe sowie die Autoindustrie wieder zulegen. Die Rückkehr zur Normalität wird von der Profitabilität in traditionelleren Sektoren begleitet.

Im Interview sprach Kaldemorgen auch über andere wichtige Themen rund um die Investitionen. Er rechnet mit einem Anstieg der Inflation im nächsten Jahr (schlecht für die Verbraucher, aber gut für die Staaten und ihre Schuldenberge) sowie mit schlechten Renditen auf Seiten des Anleihesektors. Dies wird ihn dazu veranlassen, bei der Verwaltung seines Fonds eine Strategie zu verfolgen, die auf Renditen abzielt und sich hauptsächlich auf den Aktienmarkt stützt.

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