Finanzmärkte / Wirtschaft

Die Zwanzigjährigen erobern den Aktienmarkt

Verfasst von MoneyController am 26.02.2021

Die Zahlen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) sprechen für sich: Im Jahr 2020 sind 2,7 Millionen Bürger in Deutschland zu Aktienanlegern geworden. Damit steigt die Gesamtzahl der Menschen, die in Deutschland direkt oder indirekt in die Finanzmärkte investieren, auf 12,4 Millionen, also ein Sechstel der Bevölkerung. Das wirklich Interessante aber ist: 70% der neuen Investoren sind Bürger unter 30 Jahren. Das DAI sprach von einem regelrechten Boom junger Leute an der Börse.

Wie Clara Thier in der Süddeutsche Zeitung schreibt, gibt es zwei Faktoren, die diese Zahlen am besten erklären. Der erste ist, dass die erzwungene Quarantäne viele zum Sparen gebracht hat. Konfrontiert mit einer zunehmenden Menge an Ersparnissen (und der Zunahme der verfügbaren Freizeit, um sich um diese zu kümmern), fragten sich viele, ob es nicht sinnvoll sein könnte, dieses Geld an den Märkten zu investieren. Also taten sie es. Der andere Faktor ist die Verbreitung von Trading-Apps, die das Investieren an den Finanzmärkten nahezu universell und fast kostenlos machen.

Die größte Unterscheidung, die getroffen werden kann, besteht zwischen denjenigen, die direkt in die Märkte investieren, 5,3 Millionen, und denjenigen, die in ein langfristiges Produkt wie einen Investmentfonds (das typischste Produkt dieser Art) investieren, d.h. 9,3 Millionen. Interessanterweise klafft zwischen Ost- und West-Deutschland noch eine gewisse Lücke: Wie Thier schreibt, sparen oder investieren in Baden-Württemberg 23,2% der Bevölkerung an der Börse, während es in Brandenburg nur 8,2% sind. Einer der Gründe könnte darin liegen, dass es in der DDR keine Aktiengesellschaften gab.

Es gibt auch geschlechtsspezifische Unterschiede. Die Zahl der Männer, die in 2020 erstmalig an der Börse investierten, ist dreimal so hoch wie die der Frauen. Die Frauen, die mit dem Investieren begonnen haben, investieren in langfristige Produkte und nur 64.000 investieren direkt in Aktien, während die Zahl der Männer, die dies tun, um mehr als eine Million gestiegen ist. Aus Sicht des Einkommens investieren hauptsächlich Familien mit einem Nettoeinkommen zwischen 2.000 und 4.000 Euro, gefolgt von denen mit einem Einkommen über 4.000. Nur 5,8% derjenigen, die investieren, haben ein Einkommen von weniger als 1.000 Euro.

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