Anlagen

Die Unternehmen versuchen auf dem Anleihemarkt zu reagieren

Verfasst von MoneyController am 10.04.2020

Wie ist es möglich, auf die Krise zu reagieren? Immer mehr Unternehmen scheinen diese Frage auf die gleiche Weise zu beantworten, indem sie den Anleihemarkt nutzen. Dies zeigt die neue Emissionsbilanz auf dem europäischen Markt, die in nur zwei Wochen einen Anstieg von 40% verzeichnete. Die Unternehmensstrategie besteht darin, so viel Liquidität wie möglich auf den Märkten zu finden und damit der Strategie der Bundesregierung zu folgen, die vor wenigen Tagen angekündigt hat, die Emission von Staatsanleihen zu erhöhen.


Aber wer wäre der Käufer dieser Anleihen? Vielleicht könnten es private Investoren – wenn auch nicht sofort – bald werden. Ken Orchard, Co-Portfolio-Manager von T. Rowe Price (Diversified Income Bond Strategy), schrieb, dass eine der Folgen der Krise sicherlich das Scheitern vieler Unternehmen sein könnte, aber auch die Anhäufung von zusätzlichem Kapital von vielen Familien, deren Ausgaben durch die Lockdown-Maßnahmen reduziert wurden. Zunächst dürften diese Ressourcen auf Girokonten oder Geldfonds übertragen werden, sagt Orchard. Die Möglichkeit jedoch, dass aufgrund des gestiegenen Vertrauens in die Wirtschaft und in die Märkte, eben diese Ressourcen auf den Kreditmarkt übertragen werden, dürfte aber nicht ausgeschlossen werden. Es muss jedoch immer berücksichtigt werden, fügt Orchard hinzu, dass Märkte wie der der Rohstoffe sowie der Automarkt durch die aktuelle Krise stark benachteiligt werden. Wahrscheinlich ist auch, dass  die Entwicklung des Tech-Sektors, auf Grund  der Schwierigkeiten, die Versorgung mit Komponenten (die hauptsächlich auf die Asien kommen) stabil zu halten, verlangsamt werden könnte.


Marco Stöckle, Stratege der Commerzbank für Anleihen, warnt die Anleger davor, zu glauben, dass sich die Situation schnell verbessern könnte. Für Stöckle gibt es derzeit keine Anzeichen für eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft. In einem Interview mit der FAZ sagte er mit Verwendung eines ziemlich starken Ausdrucks, dass sich der Anleihemarkt derzeit noch auf der Intensivstation befindet. Sicherlich wird die von den Unternehmen angestrebte Liquiditätssuche durch das von der EZB ins Leben gerufene Kaufprogramm verursacht und gleichzeitig dadurch unterstützt. Die EZB hat erst letzte Woche 30 Milliarden Anleihen gekauft. Es handelt sich hierbei um Anleihen im Allgemeinen, da die EZB nur das Einkaufsvolumen und nicht das Detail angibt. Wie jedoch in der FAZ unter Berufung auf die Analysten der DZ Bank geschrieben wird, betraf der Kauf zweifellos auch Unternehmensanleihen.

 

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