Megatrends

Die sieben Megatrends des Jahrzehnts, die Auswirkungen auf die Finanzwelt haben werden

Verfasst von MoneyController am 22.01.2020

Richtig, Voraussagen über die Zukunft sind schwierig und man kann sich irren, aber es wäre genauso falsch, die „Megatrends“ nicht zu erkennen, bzw. jene Phänomene, die seit einigen Jahren und in den nächsten zehn Jahren wahrscheinlich die Welt  verändern werden. Megatrends sind keine vorübergehenden Phänomene. Wenn dies in Betracht gezogen wird, kann ein Finanzberater den Investoren helfen, die richtige Wahl zu treffen, indem er sich beispielsweise auf eine Reihe von Unternehmen konzentriert, die in der Lage sind, Megatrends zu interpretieren und modernste Technologien und Dienstleistungen anzubieten. Hier sind einige Phänomene, die sich auf die nächsten 10 Jahre auswirken könnten.

  • Demographie. Dazu gibt es mindestens drei Faktoren. Der erste ist das Bevölkerungswachstum; im Jahr 2030 wird die Welt 8,5 Milliarden Einwohner erreichen. Der zweite ist das Altern der Bevölkerung, was besonders die Industrieländer betrifft; in zehn Jahren wird die Anzahl der Sechzigjährigen die der Fünfundzwanzigjährigen überschritten haben. Die dritte Tendenz ist die zunehmende Verstädterung und die daraus resultierende Notwendigkeit, neue Dienstleistungen zu schaffen, über die MoneyController hier bereits gesprochen hat. Es wird daher notwendig sein, die Dienstleistungswelt so auszurichten, dass bevölkerungsreichere Smart Cities funktionieren und der Gesundheitssektor sowie die Unterstützung älterer Menschen gestärkt werden.
  • Nachhaltigkeit und ESG (Environmental, Social and Governance). Seit 1880 ist die Erdtemperatur um ein Grad gestiegen und bis 2030 besteht die Gefahr eines Anstiegs um bis zu 2 Grad. Das ist nur eine der Tatsachen, die den wirtschaftlichen Wandel antreiben und aus dieser Sicht ist das Finanzwesen keine Ausnahme. Nachhaltige Investitionen belohnen Unternehmen, die nachweisen, dass sie auch unter dem Aspekt der Umwelt Wert schaffen. Laut dem neuesten Bericht von Global Sustainable Investment Alliance hat die Masse der verantwortungsbewussten Investitionen 23 Billionen Dollar erreicht, wobei Europa mit 10,7 Billionen Dollar an der Spitze und die Vereinigten Staaten mit 6,5 Billionen Dollar an zweiter Stelle stehen. Insbesondere Millennials (zu Deutsch etwa „Jahrtausender“) widmen dem Thema Nachhaltigkeit große Aufmerksamkeit; nach Untersuchungen der US Trust Bank of America halten 77% der Millenial HNWIs (High Net Worth Individual, sprich Menschen mit einem hohen individuellen Nettovermögen) nachhaltige Wertpapiere in ihren Anlageportfolios gegenüber 40% der geamten HNWIs.

Es darf nicht vergessen werden, dass Nachhaltigkeit auch ethische Investitionen umfasst, die auf das Wohlergehen des Menschen abzielen und Tätigkeiten ausschließen, die für den Menschen schädlich sind, wie die Herstellung von Waffen.

Im Zusammenhang mit dem Bevölkerungswachstum wird eine Industrie, die in der Lage ist, das Land nachhaltig zu nutzen, Ressourcen zu extrahieren, ohne das Territorium zu stören und ohne Wasser und natürliche Ressourcen zu verschmutzen, zunehmend belohnt.

  • Ernährung. Im Rahmen der Nachhaltigkeit können auch die Lebensweise und der Konsum von immer gesünderen und immer weniger fleischbasierten Lebensmitteln berücksichtigt werden wie auch generell noch innovativere Lebensmittel . Laut UBS Research wird das Geschäftsvolumen dieses Sektors bis 2030 von 135 auf 700 Milliarden steigen.
  • Neue Energien. Die Megratends der neuen Energien ist eng mit der Sphäre der Nachhaltigkeit verbunden. In erster Linie Elektrofahrzeuge, die die Zukunft des Automobil- und Transportsektors im Allgemeinen darstellen dürften. Die Herausforderung besteht darin, fossile Brennstoffe durch neue Energien zu ersetzen, deren Hauptproblem darin besteht, die Energie nicht zu produzieren, sondern zu sparen. Die Branche, die sich damit auseinandersetzen soll, ist die der Batterien, die bereits nach Technologien sucht, um insbesondere Sonnenenergie zu speichern. Es wird daher eine wachsende Nachfrage nach besonderen Metallen (Grundbestandteile dieser Batterien) geben wie Nickel, Lithium, Kobalt, Graphit, Vanadium und vor allem Kupfer.
  • Fintech. Genau wie computergestützte Transaktionssysteme gegen Ende des letzten Jahrhunderts die traditionellen Finanztransaktionen abgelöst haben, wird der Bargeldverbrauch in diesem Jahrhundert allmählich verschwinden. Im Allgemeinen werden Zahlungs- und Investitionstransaktionen hauptsächlich über Fernzugriff und dank IT-Infrastrukturen abgewickelt. Es ist schwer zu verstehen, ob jemals ein horizontales, nicht vermitteltes (Peer-to-Peer) System für Kredite und Zahlungen möglich sein wird, aber sicherlich muss die entsprechende Technologie von den großen Akteuren übernommen werden. Laut UBS investieren mehr als 80% der Banken hauptsächlich in Vermögenswerte von technologischen Sektoren, von denen viele sich mit neuen Zahlungsmitteln beschäftigen.
  • KI und 5G. Basierend auf einer Studie des Black Rock Institute „bietet die 5G-Mobiltechnologie das Potenzial, den Einsatz künstlicher Intelligenz in verschiedenen Sektoren zu steigern, mit fortschrittlichen Anwendungen wie automatisch gesteuerten Fahrzeugen, Smart Cities, Telemedizin und dem Internet der Dinge, um nur einige zu nennen“. Pricewaterhouse Cooper (PwC) geht davon aus, dass künstliche Intelligenz in den nächsten zehn Jahren mit 14% zum BIP-Wachstum beitragen wird (+15,7 Billionen Dollar).
  • Big Data und Cybersicherheit. Die Daten, die das „Gold des 21. Jahrhunderts“ darstellen, lösen bereits heute eine Revolution aus (man denke nur an Marketing), aber zusammen mit den Entwicklungschancen werden sie auch die mit der Cybersicherheit verbundenen Risiken mit sich bringen. Laut einer Studie von Symantec, einem Cybersecurity-Unternehmen, stieg die Anzahl der Ransomware-Angriffe im Jahr 2017 um 36% und eine von 123 E-Mails ist mit Malware infiziert. Im selben Jahr erlitten 6,5% der Internet-Surfer nach Angaben von Javelin Strategy & Research Identitätsdiebstahl und Verluste in Höhe von 16 Mrd. USD. Im Jahr 2030 könnte die Branche der Cybersicherheit einen Umsatz von 35 Milliarden Dollar erreichen.

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