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Die Inflation fordert die Sparer wieder heraus

Verfasst von MoneyController am 08.02.2021

Auf den Girokonten der Deutschen sammelt sich zwar immer mehr Vermögen an, aber dieses verliert langsam immer mehr an Wert. Schuld daran ist die Inflation, die nach der Pause im Jahr 2020 schnell zu steigen scheint: Innerhalb von vier Monaten ist sie von -0,3 % auf +0,9 % gestiegen. Wie können sich die Deutschen rüsten, um den Wertverlust ihrer Ersparnisse aufzuhalten?

Wachsendes Vermögen, das immer weniger wert ist

In den letzten 30 Jahren ist der Anteil des Vermögens, den die Deutschen auf Girokonten eingezahlt haben, von 10% auf 28% gestiegen. Das bedeutet, dass die Deutschen in den letzten zehn Jahren 960 Milliarden Euro zur Seite gelegt haben. Aber seine Ersparnisse auf Girokonten anzulegen, bedeutet, wie wir wissen, nicht, sie vor Inflation zu schützen. Allein im Jahr 2019 verloren diese Ersparnisse 380 Euro an Kaufkraft für jeden Deutschen. Das bedeutet, dass die verlorene Kaufkraft in den letzten zehn Jahren bei insgesamt 130 Milliarden Euro liegt.

Wie kann man die Inflation bekämpfen?

Aus dem „Economic Bulletin“ der EZB geht jedoch hervor, dass der Anstieg der Inflation wahrscheinlich nicht besonders dramatisch ausfallen wird (es wird davon abhängen, wie sich Angebot und Nachfrage von dem Schock von 2020 erholen werden). Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) betont, bleiben Aktien oder inflationsindexierte Anleihen die besten Finanzprodukte, um dem Phänomen langfristig zu begegnen. Ebenfalls in der FAZ argumentiert Max Herbst von der FMH-Finanzberatung in Frankfurt, dass Sparer theoretisch kurzfristig gegen eine relativ niedrige Inflation ankämpfen könnten, indem sie einfach Banksparangebote mit einem festen Zinssatz oberhalb der Inflationsrate abschließen. Doch diese Angebote sind oft recht kompliziert und in manchen Fällen sogar risikobehaftet, wie Tamaz Georgadze, Chef des Fintechs Raisin, das die webbasierte Plattform „Weltsparen“ entwickelt hat, im selben Artikel erklärt. Das Panorama scheint wirklich zu kompliziert zu sein.

Der Aktienmarkt kann eine Lösung sein

Laut Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank, kommen renditesuchende Sparer nicht umhin, Risiken einzugehen. Was bedeutet das für Anleger, die aber keine Risiken eingehen wollen? „Für konservative Anleger, für die der Kapitalerhalt im Vordergrund steht und die nicht bereit sind, Risiken einzugehen, gibt es keine Möglichkeit, an den Finanzmärkten eine höhere Rendite als null zu erzielen“.

Bleibt also nur noch, sich dem Aktienmarkt zuzuwenden. Wie Stephan vorschlägt, wäre eine Möglichkeit, auf zyklische Aktien in Japan und Europa zu setzen, wo in den kommenden Monaten eine starke Erholung erwartet wird. Bei den Anleihen ist die Situation etwas komplizierter, aber Stephan ist überzeugt, dass man trotzdem weiterhin auf eine gute Diversifikation des Portfolios achten sollte, eben gerade durch Anleihen. Anleihen aus Schwellenländern sind derzeit sehr en vogue, aber es scheint sich auch eine gewisse Aufmerksamkeit auf Unternehmensanleihen mit gutem Rating und guten Wachstumsaussichten zu entwickeln.

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