Finanzmärkte / Wirtschaft

Die fünf Fehler, die ein Investor, laut Morgan Stanley, bei Marktausverkäufen machen kann

Verfasst von MoneyController am 14.01.2021

Im März 2020 erlebten wir einen klassischen „Marktausverkauf“ (Market Sell-Off). Die durch die Nachrichtenmeldungen ausgelöste Panik wirkte sich einmal mehr verheerend auf die Märkte aus: Allein am 12. März, in mitten des Covid-Notstands, verlor der DAX 30 12,24% seines Wertes. Innerhalb weniger Tage fiel der DAX 30 von 13.789 auf 8.441 Punkte. Das bedeutet, dass er 38,78% seines Wertes verloren hat. Diese Zeiten scheinen zum Glück vorbei zu sein: Der DAX hat alle Rekorde gebrochen, indem er die 14.000-Punkte-Marke überschritten hat, und es gibt einige gute, wenn auch vorsichtige Nachrichten, über die Möglichkeit, die Epidemie zu besiegen.

Dan Hunt, Senior Investment Strategist bei Morgan Stanley, schrieb vor einiger Zeit einen Artikel, in dem er die fünf schlimmsten Fehler auflistete, die Investoren während Marktausverkäufen machen. Hier sind sie.

  1. Verkaufen, wenn man in Panik gerät. Wenn es zu einem Marktcrash kommt, ist das Schlimmste, was man tun kann, die eigenen Aktien zu verkaufen: Es ist die einzige Methode, um sicher zu sein, dass man seine Investition verloren hat. Hunt argumentiert, dass diejenigen, die an ihren Investitionen festhalten, durchschnittlich 2% pro Jahr mehr verdienen. Dies ist so, weil sich die Märkte immer wieder als fähig erweisen, ihre Werte wiederzuerlangen, auch wenn die Erholung manchmal Monate oder gar Jahre dauern kann.
  2. Bargeld oder liquide Mittel beiseite legen. Es mag wie eine gute Idee erscheinen, wenn der Markt fällt, aber Sie erkennen schnell den Fehler, wenn er wieder steigt: Der Kauf von Aktien wird zu diesem Zeitpunkt teuer. Wenn jemand über Bargeld oder liquide Mittel verfügt, die er investieren kann, ist es besser, dies zu tun und schrittweise in den Markt einzusteigen.
  3. Denken, alles selbst machen zu können. Es ist der klassische Fehler des übermäßigen Vertrauens in die eigenen Entscheidungen. Dies passiert vor allem denjenigen, die keine Profis auf diesem Gebiet sind. Hunt rät, sich auf einen Finanzberater zu verlassen, erst recht im Falle einer Marktkrise. Bevor der Berater die Vorzüge einer Anlage beurteilt, wird er unsere Anlageziele und den Grad des Risikos, den wir bereit sind zu tragen, ermitteln.
  4. Sich in eine Investition verrennen. Es besteht jedoch auch die Gefahr, die Tatsache zu ignorieren, dass die Aktien, auf die man gesetzt hat, mehr und mehr an Wert verlieren werden. Es ist daher wichtig, eine möglichst weiten Blick auf den Markt zu haben, um die Signale, die auch von außen kommen, lesen zu können und nicht zu sehr auf die eigenen Gefühle zu vertrauen. Als Beispiel für eine umfängliche Marktsicht nennt Hunt die Fähigkeit, vorteilhafte steuerliche Bedingungen zum Verkauf oder Kauf auszunutzen.
  5. Vergessen, das Portfolio abzugleichen. Es hat sich gezeigt, dass eine ständige Kontrolle der Diversifizierung innerhalb von Portfolios zu höheren Renditen führt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass jede Strategie zur Portfoliodiversifikation auf bestimmten Bedingungen basiert. Wenn sich diese Bedingungen ändern, ist es richtig zu erkennen, ob die Diversifikation noch funktioniert.

Grundsätzlich können, wie auch Dan Hunt betont, die fünf oben aufgeführten Punkte wie folgt zusammengefasst werden: Wenn Sie investieren, müssen Sie lernen, mittel- und langfristig zu denken und vermeiden, sich auf das Kurzfristige zu konzentrieren. Ein immer gültiger Rat nach Dan Hunt ist außerdem, sich bei den Investitionsentscheidungen von einem Finanzberater unterstützen zu lassen. Letztendlich ist die Anwesenheit eines Profis eine weitere Garantie dafür, dass die Emotionalität nicht die Oberhand über die Rationalität gewinnt.

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