Behavioral Finance

Die emotionalen Fallen der Investoren

Verfasst von MoneyController am 12.02.2021

Wenn man an den Märkten investiert, ist es normal, man könnte sagen unvermeidlich, dass man sich mit seinen Emotionen auseinandersetzen muss. Was wirklich wichtig ist, ist zu erkennen, wie Emotionen unsere Investitionsentscheidungen negativ beeinflussen und zu vermeiden, in ihre Fallen zu tappen. Nikolas Kreuz, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Invios, hat in einem Artikel, der auch in der Zeitschrift Fondsprofessionell erschienen ist, einige Verhaltensweisen aufgelistet, die man bei Investitionen an den Finanzmärkten am besten vermeiden sollte.

  • Laufen Sie nicht der Mode hinterher. Die Angst, bei einigen Investitionen ins Hintertreffen zu geraten, führt dazu, dass wir unsere Entscheidungen überstürzen. Mit dem Internet hat sich die Situation sogar noch verschärft, aufgrund der medialen Überpräsenz bestimmter Phänomene (von Bitcoin und GameStop). Kreuz' Rat ist, Ruhe zu bewahren und sich zurückzunehmen. Mit anderen Worten: Mehr nachdenken und weniger kaufen.
  • Lassen Sie sich nicht von der Herde mitreißen. Anstatt sich unkritisch von der Investorenherde beeinflussen zu lassen, schlägt Kreuz vor, das Gegenteil zu tun: In der prozyklischen Phase zu verkaufen und in der antizyklischen Phase zu kaufen. Die Chancen, dabei einen Gewinn zu erzielen, sind im Durchschnitt größer als beim gegenteiligen Verhalten.
  • Verlassen Sie sich nicht zu sehr auf einzelne Eingebungen. Wussten Sie, dass der Erfolg eines Portfolios in 80% der Fälle von der Asset Allocation, also von der richtigen Diversifikation, abhängt? Es ist nur richtig, bestimmten Intuitionen zu folgen, wenn sie fundiert und weitsichtig sind. Das bedeutet zum Beispiel, nicht in ein einzelnes Unternehmen zu investieren, sondern in eine Reihe von Unternehmen, die repräsentativ für eine Branche sind. Interessant ist das Beispiel von Kreuz: Beim Goldrausch Ende des 19. Jahrhunderts wurden nur wenige Menschen durch das Edelmetall reich, wohl aber diejenigen, die den Goldsuchern Unterkunft und Verpflegung sowie Spitzhacken zur Verfügung stellten.
  • Hängen Sie nicht zu sehr an Ihren Investitionen. Die Behavioral Finance nennt es „Dispositionseffekt“, und dieser besteht darin, sich nicht entscheidenzu können, eine Aktie zu verkaufen, entweder weil sie weiter verliert oder weil sie weiter gewinnt. In beiden Fällen hängt der Anleger so sehr an seiner Investition, dass er ihr ein Potenzial zuschreibt, das sie nicht mehr hat.
  • Seien Sie nicht zu arrogant. Zu denken, man könne den Markt leicht schlagen, ist eine gefährliche Idee. Die so genannte „Illusion der Kontrolle“ ist jedoch keine so seltene Haltung, wie man vielleicht denken könnte. Das größte Problem mit der Selbstüberschätzung ist, dass wir dazu neigen, systematisch die Signale zu ignorieren, die uns hinsichtlich der getätigten Investitionen warnen sollten.
  • Seien Sie nicht faul. Manchmal ist es schneller und bequemer, sich auf das eigene Wissen zu verlassen. Die eigentliche Herausforderung besteht jedoch darin, immer mehr Informationen zu sammeln und dies auf eine gezielte Art und Weise zu tun. Das kostet Mühe und Zeit, klar. Aber es dient dazu, auf dem Laufenden zu bleiben und zu verstehen, ob und wann es Zeit ist, den Kurs zu ändern. Proaktiv am Markt zu agieren bedeutet auch, sich nicht auf einfache Definitionen zu verlassen. Ein Beispiel: Man liest oft, dass der Bitcoin als eine Anlageform des „sicheren Hafens“ betrachtet werden kann. In Wirklichkeit ist diese Definition widersprüchlich: Ein „sicherer Hafen“ tendiert dazu, seinen Marktwert einigermaßen zu halten, während Bitcoins ein extrem volatiles Produkt sind.

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