Altersvorsorge

Die Auswirkungen der Krise auf die Altersvorsorge

Verfasst von MoneyController am 25.04.2020

Wie eine Lupe zeigt die Coronavirus-Krise allen immer deutlicher die problematischsten Aspekte unserer Volkswirtschaft. Dies gilt laut einer Pressemitteilung der Finanzberatungsgesellschaft Competent Investment Management auch für das deutsche Rentensystem. Zunächst wirken sich die riesigen Verluste an der Börse auch auf die Aktienfonds, die Renten- und Pensionskassen und die Rentenversicherungen aus. „Wer kurzfristig seine Depots auflösen muss, wird derzeit fast unweigerlich erhebliche Verluste in Kauf nehmen müssen“, kommentiert Finanzexperte Sven Thieme, Geschäftsführer der Competent Investment Management.

Zwei weitere Faktoren können mittel- und langfristig das Bundesrentensystem in eine Krise stürzen. Der erste Faktor sind die niedrigen Zinsen, der zweite ist die Demografie. Unter den Maßnahmen, die die verschiedenen Staaten umsetzen, wird die Zinsmaßnahme verwendet, um den Banken und Unternehmen maximale Liquidität zu gewährleisten. Diese Maßnahme wird jedoch wahrscheinlich auch Versicherungs- und Pensionswertpapiere betreffen. Bei diesen Wertpapieren, die sich ähnlich wie Staatsanleihen verhalten, weil sie als sichere Anlagen gelten, werden die Renditen de facto allmählich sinken. „Die Niedrigzinspolitik wird mittelfristig erhebliche problematische Einflüsse auf die Altersvorsorge nach sich ziehen und die Kapitalbildung für private Anleger erschweren“, erklärt Thieme

Der zweite Faktor ist die Rolle der Demografie. Die Generation der Babyboomer wird im nächsten Jahrzehnt in den Ruhestand treten. Das Verhältnis zwischen der Generation im erwerbsfähigen Alter und der Generation im Ruhestand wird 10 zu 6 betragen. Der Zustand wird im Jahrzehnt 2030-2040, einer Zeitspanne, in der demografische Modelle ein Verhältnis von 1:1 anzeigen, noch weniger nachhaltig sein. Deshalb glauben immer mehr Deutsche immer weniger an das deutsche institutionelle Rentensystem und halten es für angebracht, sich der zusätzlichen Altersvorsorge zuzuwenden. „Die Mehrheit der Deutschen glaubt nicht mehr daran, dass die gesetzliche Rente ausreichen wird, deshalb muss gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten die private Altersvorsorge gestärkt werden“, schließt Thieme.

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