Finanzberatung

Deutsche zurückhaltend bei Beratung

Verfasst von MoneyController am 07.01.2021

J.P. Morgan AM führte eine Umfrage zur Finanzberatung in Deutschland durch, an der 971 Befragte über 18 Jahre teilnahmen. Die Ergebnisse bestätigen, dass die meisten Deutschen nach wie vor eher misstrauisch gegenüber Finanzberatungen sind: Nur 27% der Befragten haben einen Finanzberater konsultiert oder irgendeine Form von Finanzberatung erhalten. Von ihnen glauben nur 11%, dass sie im nächsten Jahr wieder eine Finanzplanung nutzen werden. Diejenigen, die keine Finanzberatung in Anspruch nehmen, sagen, dass sie zu wenig über Finanzen verstehen, um das Thema angehen zu können.

Der potenzielle Markt für Beratung

18% der Befragten gaben an, dass sie, obwohl sie noch nie einen Finanzberater in Anspruch genommen haben, im Jahr 2021 daran interessiert wären, in irgendeiner Form beraten zu werden. Diese Zahlen (29%) bestätigen die Ergebnisse einer ebenfalls von J.P. Morgan AM durchgeführten Umfrage, die ergab, dass etwa ein Viertel der Deutschen bereit wäre, sich in irgendeiner Form finanziell beraten zu lassen. Diese Umfrage zeigte auch eine sehr interessante Zahl, die vielleicht am aussagekräftigsten ist, um das Potenzial des Marktes für Ersparnisse in Deutschland zu verstehen: Nur 31% der Deutschen waren mit der Verwaltung ihrer Ersparnisse zufrieden.

Was sind die Bedürfnisse des Marktes?

Die Pandemie hat die Sparer sehr vorsichtig gemacht und sie eher dazu gebracht, kleine Vermögen zu erhalten und aufzubauen. 31% von ihnen glauben, dass es im Jahr 2021 ausreichen wird, weniger auszugeben. 20% wären an einem Sparkonto interessiert. 18% würden gerne in Investmentfonds investieren und dabei die Möglichkeit wählen, regelmäßig kleine Beiträge zu leisten. 15% möchten an der Börse investieren. 14% möchten sicher sein, dass ihr Geld in nachhaltige Investitionen fließt.

Um zu sparen, muss man tunlichst investieren

„Wer seine Ersparnisse vermehren will, wird langfristig nicht daran vorbeikommen, auf die Kraft des Kapitalmarkts zu setzen“, schreibt der Finanzexperte von J.P. Morgan Matthias Schulz, indem er diese Daten kommentiert. Schulz begründet seine Aussage mit dem Zins und der Inflation: Dies sind zwei Faktoren, die den Effekt des Sparens durch bloßes Einlegen des eigenen Geldes auf einem Bankkonto deutlich reduzieren können. „Das macht – sagt Schulz – die vermeintliche Sicherheit der Spareinlagen so trügerisch und die Deutschen sparen sich auf Dauer arm, statt ein Vermögen aufzubauen“.

Was können Berater tun?

 Deutsche Sparer zögern aus mehreren Gründen, sich beraten zu lassen. Einer davon ist - wie erwähnt - mangelndes Wissen über die Mechanismen von Geldanlage und Sparen. Es ist daher möglich, in diesem Punkt einzugreifen und zunächst klare und transparente Informationen anzubieten. Schulz rät auch, dass derzeit ein noch günstigerer Moment sein könnte als sonst: „Unsere Erfahrung in diesem besonderen Jahr ist, dass viele Privatanleger bereit sind, sich über neue Formate wie Online-Präsentation zu informieren und sich sogar virtuell beraten lassen. Tatsächlich haben auch in dieser schwierigen Zeit viele investiert“.

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