Immobilien

Deutsche Versicherer setzen auf Immobilien

Verfasst von MoneyController am 22.07.2021

Wer setzt in dieser Zeit auf Immobilien in Deutschland? Unter anderem tut dies eine ganz bestimmte Kategorie von Investoren: Die Versicherer.

Die von EY Real Estate erhobenen Zahlen sprechen für sich: 63% der 30 größten Versicherungsunternehmen in Deutschland planen, ihre Immobilieninvestitionen zu erhöhen, und der Rest plant, die bestehenden Investitionen zumindest beizubehalten. Die Umfrage zeigt, dass der Immobilienanteil in den Portfolios der Versicherer bei 11,5 Prozent liegt, ein Anstieg von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und eine Verdopplung seit der ersten Umfrage im Jahr 2008. Zum ersten Mal stellt die Umfrage außerdem fest, dass das Interesse an Wohnimmobilien das Interesse an Logistikimmobilien überholt hat. An dritter Stelle liegt der Fokus auf Infrastruktur und Gesundheitsimmobilien.

Das Interesse an Büros ist jedoch rückläufig. Dies ist sozusagen dem Trend zum "Home Office" geschuldet. Der Autor der Studie, Dietmar Fischer, ist in diesem Punktbesonders überzeugt: Es ist ein Trend, der den Bedarf an Büroflächen für immer verändern wird. Insbesondere die Notwendigkeit, jeden Tag ins Büro zu fahren, entfällt zunehmend. Fischer nennt als Beispiel ein Softwareunternehmen wie SAP, das seinen Mitarbeitern erlaubt, dort zu arbeiten, wo sie wollen. Dieser Trend ist sicherlich eine der Auswirkungen der Pandemie, zu der man der Vollständigkeit halber noch die geringere Nachfrage nach Immobilien mit Bezug zum Gastgewerbe und zur Gastronomie hinzufügen sollte.

Aber warum haben sich die Versicherungsgesellschaften dazu entschlossen, sich mehr und mehr auf den Immobilienmarkt zu konzentrieren? Einer der Gründe liegt in dem Versuch, Investitionen zu tätigen, um einen garantierten Zinssatz auf Versicherungsprodukte aufrechtzuerhalten. Die Renditeerwartungen für direkte und indirekte Immobilienanlagen der Versicherungsunternehmen liegen bei 4,7 % bzw. 5,6 %. Der Markt bietet derzeit übrigens interessante Perspektiven. Da ist natürlich der deutsche Markt, der schon seit einiger Zeit weiter wächst, aber auch der amerikanische Markt, der immer noch vom "Biden-Effekt" profitiert, d.h. dem Plan zur Wiederbelebung der Infrastruktur und der Hilfen für die Wirtschaft (die sich auch an einzelne Bürger richtet).

Mit Blick auf den Gesamtmarkt merkt Fischer an, dass die Versicherungen bei der Suche nach Angeboten möglicherweise einer gewissen Konkurrenz durch private Investoren und Family Offices ausgesetzt sein könnten. Er sieht jedoch keine Blasenbildung am Markt, sondern eher einen natürlichen Preisanstieg bei steigender Nachfrage.

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