Finanzmärkte / Wirtschaft

Der optimistischste Aktienmarkt aller Zeiten

Verfasst von MoneyController am 10.01.2020

In diesen ersten Tagen des Jahres 2020 scheint der Wachstumstrend der Märkte die hervorragenden Ergebnisse von 2019 zu bestätigen. Das letzte war ein wirklich bemerkenswertes Jahr für die Aktienmärkte. Der Down Jones hat seinen historischen Rekord erreicht (+ 25%) und auch der S&P500-Index (+ 30%) sowie der Nasdaq (+ 40%) sind gewachsen. Aber auch die Märkte in Paris, Mailand und Frankfurt entwickelten sich gut. Auch in Deutschland erreichte der Aktienindex einen neuen Rekord, der nach dem Rückgang der Märkte im Jahr 2018 besonders überraschte.

2018 war tatsächlich für die Börse ein schwieriges Jahr. Im Frühjahr hatten sich die Zentralbanken zu einer zuversichtlichen Zinserhöhung entschlossen. Wenige Monate später hatte die internationale Situation das Vertrauen der Anleger schnell beseitigt: Bis zum Jahresende hatten die Börsen etwa20% an Wert verloren, was die Banken zu einer Anpassung der Geldpolitik mit niedrigen Zinsen zwang. Und genau diese expansive Politik der Zentralbanken scheint das Bedürfnis der Anleger nach kostengünstiger Liquidität richtig interpretiert zu haben: In der Überzeugung  letztlich auf die Hilfe der Zentralbanken zählen zu können, haben die Betreiber Wertpapiere gehandelt wie nie zuvor.

Den Beweis dafür finden wir  nicht nur bei den europäischen Entwicklungen. In Indien erzielte der S&P BSE Sensex Index nach Ankündigung einer Zinssenkung durch die indische Zentralbank eine Rekordsteigerung. Das Gleiche ist in Australien, Südkorea und Thailand passiert. Die jüngsten Nachrichten stammen von der chinesischen Zentralbank, die den Bankenmarkt, laut Ankündigung, mit 87 Milliarden Dollar überschwemmen wird und somit dem chinesischen Unternehmertum Luft verschafft, das zwar wächst, jedoch einen leichten Leistungsrückgang verzeichnet. Wenn man die expansive Geldpolitik Chinas mit Donald Trumps Ankündigung einer Zollsenkung verknüpft, verstehet man die positive Reaktion der Märkte recht gut.

Es ist klar, dass die expansive Geldpolitik auch Nachteile mit sich bringt. Die Zinsen der US-Staatsanleihen fielen von 3 auf 2%, während deutsche 10-jährige Bundesanleihen einen negativen Rekordwert von -0,4% erreichten. Der Geld- und Staatspapiermarkt wird daher das ungestüme Wachstum von Aktien, Immobilien und Rohstoffen (ein echter Ersatz für Staatspapiere als sicherer Hafen) ausgleichen.

Viele fragen sich, wie lange diese Phase der Börsenexpansion dauern kann. Die Daten zum internationalen Wachstum der Realwirtschaft im Jahr 2019 sind zwar positiv, jedoch im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen: In Deutschland lag das Wachstum bei + 0,5% gegenüber dem Plus von  1,4% vor zwei Jahren. Es besteht daher die Möglichkeit, dass sich die konjunkturelle Abkühlung auch im Jahr 2020 fortsetzt. Andere Unbekannte, die die Performance der Märkte im Jahr 2020 beeinflussen könnten, sind sicherlich der Brexit, die amerikanischen Wahlen und die anhaltenden Handelskriege.

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