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Debt-for-Nature Swaps: Was sind sie?

Verfasst von MoneyController am 28.12.2021

Die COP 26 in Glasgow scheint auf der ganzen Welt ein Echo zu finden, auch in Lateinamerika: Länder wie Uruguay, Ecuador, Argentinien und Kolumbien planen Systeme zum Schutz der Umwelt und der biologischen Vielfalt. Ja, aber woher sollen die Mittel dafür kommen? In der Debatte taucht die Möglichkeit einer Wiedereinführung von Finanzinstrumenten auf, die bereits vor einigen Jahren konzipiert wurden, nämlich die Debt-for-Nature Swaps. Was sind sie?

Wie kam es zu den Debt-for-Nature Swaps?

1983 kam der WWF-Wissenschaftler Thomas Lovejoy auf die Idee, ein doppeltes Problem zu lösen: die hohe Verschuldung einiger Länder und den schlechten Zustand ihrer natürlichen Umwelt. In dem in der New York Times veröffentlichten Artikel erwähnte Lovejoy ausdrücklich die Länder Südamerikas. Die Idee des Wissenschaftlers war folgende: Warum sollte man nicht einen Teil der Schulden eines Landes abschreiben, wenn sich dieses Land verpflichtet, Umweltschutzprojekte durchzuführen? Die Idee fand Anklang, und es entstand ein Produkt, das für den Kauf von Schuldtiteln durch Staaten, aber auch durch Banken und Investmentgesellschaften bestimmt war. Debt-for-Nature Swaps wurden geboren.

Wer handelt mit Debt-for-Nature Swaps?

Die Verhandlungen über einen Schuldenerlass können bilateral oder trilateral sein, d. h. sie können zwischen dem Schuldner und dem Gläubiger stattfinden oder einen Vermittler einbeziehen; in der Regel handelt es sich dabei um NRO oder supranationale Einrichtungen, einschließlich der UN, die Projekte für Schuldnerländer strukturieren und die Schulden mit der Gläubigerorganisation aushandeln. UN-Berichten zufolge haben sich Debt-for-Nature Swaps als wirksame Instrumente erwiesen, um den Schuldenstand der Länder, die sie unterzeichnen, sofort zu verbessern. Bisher haben sie sich jedoch bei der Durchführung konkreter Umweltprojekte und bei der Beherrschung des Risikos für den Gläubiger, nicht zurückgezahlt zu werden, und für den Schuldner, mehr Zinsen für die Schulden zahlen zu müssen, als nicht sehr wirksam erwiesen.

Der Erfolg und die Nachteile von Debt-for-Nature Swaps

Im Jahr 2022 wird die zweite Sitzung der COP 15 zum Thema biologische Vielfalt stattfinden. Wie Robert Soutar und Fermín Koop in "Diàlogo Chino" schreiben, könnte das Ereignis eine weitere Gelegenheit sein, die Idee von Debt-for-Nature Swaps gegen Natur in Lateinamerika wiederzubeleben. Vor einigen Tagen hat Uruguay eine Anleihe auf den Markt gebracht, die eher an einen Debt-for-Nature Swaps als an eine grüne Anleihe erinnert: Es handelt sich um ein Schuldinstrument, dessen Kupon je nach Erreichen oder Nichterreichen eines bestimmten Umweltziels im Einklang mit dem Pariser Abkommen von 2015 variiert. Unterdessen hat sich der argentinische Präsident Alberto Fernández ausdrücklich für dieses Instrument ausgesprochen, um der wachsenden Verschuldung seines Landes zu begegnen.

 

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