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Columbia Threadneedle: „Keine Alternative zu Aktien“

Verfasst von MoneyController am 16.01.2021

In einer kürzlich erschienenen Analyse im Internet sagt Paul Doyle, Leiter für europäische Aktien bei Columbia Threadneedle (ex UK), dass die Unsicherheit an den Finanzmärkten noch einige Zeit bestehen bleiben wird. Aber trotzdem scheint im Moment für renditesuchende Anleger die Investition in Aktien die einzige Lösung zu sein. Schauen wir mal, warum.

Doyle argumentiert, dass wir kurzfristig eine geringere Erholung der Renditen sehen werden als erwartet. Viele Aktien haben den Höchststand bei ihren Bewertungen erreicht und könnten Korrekturen erfahren (viele denken dabei vor allem an den US-Tech-Sektor). Die Nachrichten über den Impfstoff geben Anlass zu Optimismus, aber auf eine sehr vorsichtige Art und Weise: Die Zahl der Infizierten ist in vielen Ländern immer noch hoch, in einigen Fällen sogar außer Kontrolle. Aus geopolitischer Sicht scheint die Wahl von Joe Biden zu einer strukturierteren Investitionspolitik zu führen. Aber die Handelsspannungen zwischen den USA und China werden bleiben.

Die Federal Reserve hat erklärt, dass sie die Zinsen in den nächsten Monaten schrittweise anheben wird. Aber auch, dass sie noch mindestens bis Ende 2023 niedrig bleiben werden. Wie kommt es, dass angesichts dieser Absicht die langfristigen Zinsen nicht zumindest angehoben werden? Wie Doyle schreibt, „ist die Richtung der kurzfristigen Zinssätze die entscheidende Determinante für langfristige Zinssätze. Wie können die langfristigen Renditen steigen, wenn die kurzfristigen Zinsen für die nächsten vier bis fünf Jahre niedrig bleiben?“.

Und wieder einmal sind es die niedrigen Zinsen, um die es geht: Wie kann ein US-Treasury mit einer jährlichen Rendite von 0,7% mit einer Jahresrendite von 1,6% des S&P 500 konkurrieren? Mit einer Inflation von 2% wird der S&P 500 25% mehr verdienen als der 10-jährige US-Treasury. Im Vergleich zu britischen und europäischen Anleihen werden die Aktienmärkte höhere Renditen von bis zu 30% bzw. 50% aufweisen. Die globale Aktienrisikoprämie - das heißt, die Differenz zwischen der Eigenkapitalrendite und den realen Renditen von Staatsanleihen - ist immer noch sehr groß.

Doyle spricht auch über die wichtige Unterscheidung innerhalb des Aktienmarktes zwischen „Value“ und „Wachstum“. Nie zuvor, sagt Doyle, war die Kluft zwischen Value- und Wachstumsunternehmen so groß zugunsten der Letzteren. Sie ist sogar größer als vor der Dotcom-Blase im Jahr 2000. Der Grund dafür ist, dass Value-Unternehmen profitieren, wenn es ein reales Wirtschaftswachstum gibt und wenn der Dollar abwertet. Sollten diese Faktoren zum Tragen kommen, könnten wir einen schnellen Anstieg der Value-Aktien sehen.

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