Finanzmärkte / Wirtschaft

Börse: Boom oder Blase?

Verfasst von MoneyController am 17.09.2020

Wie hat es der Aktienmarkt, insbesondere der amerikanische Technologiemarkt, geschafft, in einer der schwierigsten Zeiten der letzten zwanzig Jahre alle Rekorde zu brechen? Es gibt zwei mögliche Antworten. Entweder stehen wir vor einer der furchterregenden Finanzmarktblasen, oder die Aktien, die bisher so stark gewachsen sind, sind gut gerüstet, um diesen Krisenzeiten standzuhalten. Die Verluste an der Nasdaq - vor allem der sensationelle von Tesla - lassen uns zumindest an eine Überbewertung glauben. Aber vielleicht ist das nicht der Fall. In einem in „Die Welt am Sonntag“ veröffentlichten Artikel wird eine signifikante Parallele aus der Geschichte der Börse angeführt. Es handelt sich um die Geschichte der Nifty Fifty, Unternehmen, die fast dreißig Jahre lang die NYSE (New York Stock Exchange) angetrieben haben. Jeremy Siegel spricht darüber unter anderem in seinen „Stocks for the Long Run“. Diese Unternehmen, die sich in den 60er Jahren stark profiliert hatten, erlitten Anfang der 70er Jahre einen Zusammenbruch, erholten sich jedoch und trieben den Markt bis fast in die 90er Jahre weiter voran, als Garanten für Gewinne. In einer Welt, die sich einem raschen wirtschaftlichen Wandel unterzog und von einer Politik hoher Zinsen, wie der der 1980er Jahre, belastet war, gerieten diese Unternehmen erst nach zwanzig Jahren wirklich in eine Krise.

Heutzutage scheinen amerikanische Technologieunternehmen einerseits die sozioökonomischen Veränderungen zu interpretieren und andererseits von einer von der Federal Reserve garantierten Geldpolitik zu profitieren (Powell hat garantiert, dass die Zentralbank die Zinsen nahe Null halten wird). Darüber hinaus bieten die Renditen von Staatsanleihen, die sicherlich einen sogenannten sicheren Hafen darstellen, erwartete Renditen von 0,7% pro Jahr. Zu wenig für diejenigen, die auf der Jagd nach einem Gewinn an der Börse sind. Ebenso in „Die Welt am Sonntag“ wurde aber geschätzt, dass die jährliche Rendite des S&P 500 und des Nasdaq 3,6% bzw. 2,7% pro Jahr betragen werde. Wenn diese Daten jedoch in die Gewinnaussichten der Unternehmen selbst integriert werden, steigen die Gewinne schnell auf + 9,6% und + 7,3%. Kurz gesagt, auf der Grundlage des hier Beschriebenen scheint es daher, dass es trotz der größeren Risiken, die sicherlich am Aktienmarkt bestehen, kein Allheilmittel gibt: Für diejenigen, die auf der Suche nach Renditen sind - solange die Geldpolitik so bleibt - gibt es nicht viele Alternativen.

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