Bitcoin

Die Risiken einer Bitcoin-Manie

Verfasst von MoneyController am 22.04.2021

Der Leiter Asset Management beim Bankhaus Ellwanger & Geiger, Michael Beck, hat einen interessanten Artikel verfasst, der im  Magazin Cash.online erschienen ist, und in dem er eine Bestandsaufnahme zu einer der auffälligsten Fälle einer möglichen Spekulationsblase unserer Zeit macht: die "Bitcoin-Manie".

Jede Ära hat die Spekulationsblase, die sie verdient. Es geschah im 17. Jahrhundert mit den Tulpen an der Amsterdamer Börse, im 18. Jahrhundert mit den Aktien der East India Company und zur Jahrtausendwende mit der Dotcom-Blase, den Technologieunternehmen, die zeitgleich mit der ersten digitalen Revolution auftauchten, an die Börse gingen und dann größtenteils scheiterten. Heute wird immer noch überwiegend im digitalen Umfeld spekuliert, insbesondere mit Kryptowährungen. Nichts scheint den (schwankenden) Höhenflug des Wertes des Bitcoins stoppen zu können, auch weil es keinen realen Wert gibt, an dem die Währung verankert ist.

Dennoch gibt es diejenigen, die glauben, dass Bitcoin viel mehr als nur eine Spekulationsblase sei. Elon Musk gab kürzlich bekannt, dass er Bitcoin-Zahlungen für den Kauf von Tesla-Autos akzeptieren werde. Noch aufsehenerregender war der Fall des Börsengangs von Coinbase, einer Kryptowährungs-Handelsplattform, die in kürzester Zeit eine Marktkapitalisierung von 100 Milliarden Dollar erreichte.

In seinem Artikel weist Beck darauf hin, dass der Bitcoin (hervorgehoben, weil er unter den Kryptowährungen zweifelsohne die relevanteste ist) jedoch einige entscheidende Schwächen habe. Zum einen gerät er zunehmend unter Beschuss durch Behörden einiger Staaten, wie Indien und der Türkei, die seine Handelbarkeit einschränken. Außerdem ist das Bitcoin-Mining-System eine komplizierte Technologie, die große Server und viel Strom benötigt. Beck argumentiert, dass der Stromverbrauch zur Herstellung von Bitcoin den Verbrauch von ganz Dänemark übersteige. Aus diesem Grund gäbe es eine größere Konzentration von Servern in Ländern, in denen Strom billiger ist, wie beispielsweise Island.

Abgesehen von den Auswirkungen eines solchen Energieverbrauchs auf die Umwelt geht Beck davon aus, dass Kryptowährungen wirklich unter Druck geraten werden, sobald die Zentralbanken ernsthaft mit der Entwicklung digitaler Währungen beginnen. Ab diesem Zeitpunkt werden die Bewertungen von Währungen, die keiner strengen Regulierung unterliegen, beginnen zu fallen. Aber nach dem Platzen dieser Blase wird nicht alles verloren sein: Nach dem Ende von Bitcoin, so Beck, werde die Blockchain-Technologie überleben, mit all ihren möglichen Auswirkungen auf andere Wirtschaftsbereiche.

Die Stimmung an den Märkten ist seit Monaten optimistisch, aber immer mehr Marktteilnehmer werden vorsichtiger bei ihren Investitionen. So zeigt eine Umfrage der Bank of America, dass 66 % der Fondsmanager der Meinung sind, dass sich der Marktzyklus bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befände, weshalb Vorsicht geboten sei. 7 % glauben sogar, dass sich an den Aktienmärkten derzeit Blasen bilden würden. Dieser Prozentsatz steigt jedoch auf erstaunliche 74 % an, wenn es um Blasenbildung bei Kryptowährungen geht.

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