Finanzberater

Auf einen Finanzberater zu verzichten, ist heute mehr denn je ein Fehler

Verfasst von MoneyController am 17.08.2021

Ein flüchtiger Blick auf die Finanzmärkte könnte den Eindruck erwecken, dass die Figur des Finanzberaters mittlerweile überholt sei. Doch bei näherer Betrachtung, wie dies Sebastian Külps im Magazin Focus tut, wird deutlich, dass der Einsatz eines Finanzberaters vielleicht noch sinnvoller sein könnte als bisher.

Die Finanzmärkte sind heutzutage in gewissem Maße für jedermann zugänglich. Wie Külps bemerkt, reicht der Zugang über ETFs, die gut diversifizierte und transparente Anlagen (in Bezug auf Rendite und Kostenstruktur) bieten, bis hin zu Neobroker-Plattformen, die den Handel von Aktien mit wenigen Klicks über das Smartphone ermöglichen. Alternativ kann man auch auf Robo-Advisor zurückgreifen, Programme, die auf der Grundlage bestimmter Angaben Anlageportfolios zusammenstellen und auf den Finanzmärkten verwalten. Welchen Platz kann ein Finanzberater angesichts eines solchen Angebots überhaupt noch einnehmen?

Wie Külps betont, sollten Sparer niemals die Zielsetzung, d.h. präzise Spar- und Vermögensaufbauziele, mit dem Mittel zu deren Erreichung, das heißt einer passiven Anlage oder einem von einem Robo-Advisor verwalteten Fonds, verwechseln. Tatsächlich gibt es Fragen, die eine Software oder ein Index nicht beantworten kann. Diese Fragen betreffen grundsätzliche Themen wie das tatsächliche Risiko, das man einzugehen bereit ist, die Investitionen, die man unbedingt vermeiden muss, sowie die Planung einer langfristigen Strategie für das eigene Vermögen. Schließlich gibt es noch einen nicht zu vernachlässigenden Aspekt, nämlich das Auftreten von Emotionen. Wer an den Märkten investiert, muss sich mit starken Emotionen wie Angst oder Gewinnstreben auseinandersetzen, Emotionen, die die Wirksamkeit der Anlagestrategie beeinträchtigen können.

Wie lassen sich diese Probleme lösen? Eine Lösung kann darin bestehen, sich auf eine unparteiische und kompetente Meinung zu verlassen, wie es natürlich die eines seriösen Finanzberaters ist. Der Finanzberater spezialisiert sich zunehmend in Richtung eines Finanzcoaches - kein Produktverkäufer mehr, sondern ein Fachmann, der den Sparern beim Kauf von Finanzprodukten und vor allem bei der Planung und Steuerung einer Spar- oder Anlagestrategie hilft. Eine unparteiische und gut durchgeführte Beratung kann die Performance eines Portfolios um bis zu drei Prozentpunkte pro Jahr verbessern, so zumindest das Researchder Investmentgesellschaft Vanguard.     

Külps ist daher der Meinung, dass die beste Wahl die eines unabhängigen Finanzberaters sei, insbesondere eines Finanzberaters auf Honorarbasis. Daneben gibt es aber auch Berater auf Provisionsbasis, deren Beratungsmodell Külps jedoch mit Vorsicht genießen möchte. Im Vergleich zu ihnen würden Honorarberater zwei Vorteile bieten. Erstens gäbe es keinen Interessenkonflikt, wenn ein Produkt gegenüber einem anderen empfohlen wird. Zweitens seien sie nicht daran interessiert, ihre Kunden zu Investitionen zu drängen, wo es nicht nötig sei, da sie nicht davon profitieren würden.

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